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Globalisierung: Energieexperte: Zurück zur regionalen Wirtschaft

Der kanadische Ökonom Jeff Rubin glaubt, dass steigende Ölpreise künftig die Globalisierung aushebeln. Seine These: Wir brauchen eine Renaissance der regionalen Wirtschaft.

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Ich esse gerne Lachs – Sie sicher auch. Doch hier kommt der wichtigste Grund, warum wir ihn so häufig auf dem Tisch haben: Billiges Erdöl hat den Preis von Fisch subventioniert.

Wenn das Öl billig ist, spielt es keine Rolle, wie weit eine Fabrik vom Einkaufszentrum entfernt ist oder das Feld eines Bauern vom Supermarkt.

Doch nun ist die Subvention, die zum Beispiel Lachs so billig macht, im Begriff zu verschwinden. Die Rezession, die uns alle im Jahr 2008 überrascht hat, brachte zwar einen spektakulären Absturz der Ölpreise mit sich. Doch auch die schwersten Rezessionen dauern nicht ewig, und der Ölpreis wird schon bald wieder den Weg nach oben antreten.

Die Ölquellen, die wir überall auf dem Globus ausbeuten, produzieren jedes Jahr weniger – viel weniger.Zurzeit fördern wir etwa dreimal mehr als neue Kapazitäten gefunden werden. Das ist ein todsicheres Rezept für höhere Ölpreise.

Dieses Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage führte zu einem Preis von fast 150 Dollar pro Barrel Öl, bevor die weltweite Rezession einsetzte.

Lebensstil anpassen

Im nächsten Zyklus wird dasselbe Ungleichgewicht uns vielleicht einen Preis von 200 Dollar pro Barrel bescheren, bis eine neue Rezession vorübergehend wieder Preise und Nachfrage dämpft.

Für die Ölkonzerne der Welt wird das Geschäft jeden Tag schwieriger und teurer. Sie müssen das Öl finden und fördern, und wie wir sehen, finden sie nur noch das, was nicht mehr so einfach zu fördern ist wie früher. Es stellt sich also die entscheidende Frage, ob wir weiterhin in eine Weltwirtschaft investieren wollen, in der jeder Dollar, Euro oder Yen, den wir an Wohlstand produzieren, unsere Abhängigkeit vom Öl zementiert. Stattdessen sollten wir nicht nur unsere Wirtschaft vom Öl abkoppeln, sondern auch unseren Lebensstil an eine Welt mit zunehmender Energieknappheit anpassen.

Die Minimierung der Frachtkosten, insbesondere für interkontinentale Langstrecken, wird die treibende Kraft hinter der Logistik von morgen sein. Aus diesem Grund hat etwa der globale Konsumgüterhersteller Procter & Gamble rasch eine Anpassung seiner Zulieferkette angekündigt, als der Ölpreis zuletzt auf dreistelliges Niveau stieg, und sich von überseeischen auf regionale Lieferanten unweit der wichtigsten Märkte des Unternehmens umgestellt.

Bereiten Sie sich also auf eine kleinere Welt vor. Schon bald werden Ihre Lebensmittel von einem Acker in der Nähe kommen, und die Dinge, die Sie kaufen, werden eher von einer Fabrik in Ihrem Heimatort produziert als am anderen Ende der Welt. Mit ziemlicher Sicherheit werden Sie weniger mit dem Auto fahren und mehr zu Fuß gehen, und das bedeutet auch, dass Sie dann viel näher an Ihrem Zuhause einkaufen und arbeiten.

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3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 06.03.2010, 21:27 UhrAnonymer Benutzer: cvaa

    @MiniMax
    bezüglich "rein rechnerisch": das ist die sog. "statische Reichweite", eine etwas irreführende Größe. Man dividiert die bekannten Reserven durch den jetzigen bedarf und das ergibt die 40 Jahre. Wörtlich bedeutet es, dass eines schönen Tages im Jahr 2050 die weltweite Ölförderung plötzlich von 85 Millionen barrel pro Tag auf 0 fällt. ist natürlich total unrealistisch. Die Förderung wird irgendwann ein Maximum erreichen dort eine Weile bleiben und schließlich mehr oder weniger schnell sinken und sich langfristig der 0 annähern. Ähnlich wie bei einem einzelnen Ölfeld und einer ölfördenden Region (z.b. Nordsee, die seit dem Maximum im Jahr 2000 bis jetzt um mehr als 1/3 gefallen ist).
    Auf der anderen Seite bleibt ja die Nachfrage nicht stehen. Wenn nicht gerade eine Weltwirtschaftskrise herrscht, steigt der bedarf mit 1,4-2% pro Jahr (China, indien usw.). Schon allein dadurch "verkürzen" sich die 40 Jahre.
    brasilien: Ja, da gibt es jede Menge Öl, aber wann, zu welchem Preis (da es in dieser Meerestiefe liegt) und wieviel pro Tag? Selbst mit diesen großen Funden in brasilien gehen die Ölfunde seit Mitte der 60er Jahre kontinuierlich zurück, seit den 80ern wird mehr verbraucht als gefunden wird - heute liegt es bei 3:1. Wenn es gut läuft, geht dieses Feld gegen Ende des Jahrzehnts in die Förderung mit 1 Millionen barrel pro Tag. Wieviel ist das angesichts des Förderabschwungs bei den bestehenden großen, alten Feldern, der diese neue Kapazität auffrisst? Laut iEA verlieren sie pro Jahr 3-4 Millionen barrel Tageskapazität. D.h. man muss diesen Rückgang ausgleichen und gleichzeitig noch der steigenden Nachfrage gerecht werden. Wie bei einer Rolltreppe, die nach unten fährt, während man hochlaufen muss. bis 2030 werden dadurch 60+x Millionen barrel/Tag Förderkapazität notwendig und damit (laut bP) 27 billionen Dollar an investitionen. Meiner Meinung nach unmöglich.

  • 06.03.2010, 18:41 UhrAnonymer Benutzer: Vandale

    Ein spinnerter Ökoprofessor in der Tradition des Club of Rome!!! ....Erstens gibt es neben den konventionellen Ölvorkommen große Vorkommen an Ölsand und Ölschiefer. Möglicherweise sind jedoch die Kosten dessen Gewinnung zu hoch um als Schiffsantrieb wirtschaftlich zu sein. .....Des weiteren gibt es in den Ozeanen große Mengen an Methanhydrat. Schiffe können auch mit Flüssiggas betrieben werden.. Welche Kosten dies verursacht vermag ich nicht zu beurteilen....Man kann die Schiffahrt auch wiederum auf Kohle umstellen. Kohle wird in den kommenden Jahrhunderten eine preiswerte Energiequelle bleiben.... Schliesslich könnte der Atomantrieb für sehr große Schiffe auf langen Routen attraktiv werden. www.oekoreligion.npage.de

    Vandale

  • 05.03.2010, 18:57 UhrAnonymer Benutzer: MiniMax

    Na ja also rein rechnerich reicht unser Erdölvorkommen noch für 40 Jahre (stand 2003) aber in der letzten zeit wurden immer mehr neue ertragreiche Ölquellen gefunden u.a. brasilien das heißt das Erdöl lang genug dasein wird um das die gesamte Menscheit schon wieder neue erfindungen gebaut hat oder eine neue ähnliche energiequelle so dass man die Globalisierung niemals gestoppt wird durch Erdölknappheit das ist viel zu weit hergeholt ...

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