Großbritannien: Aufschwung auf der Insel - doch das Rentenalter steigt

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Großbritannien: Aufschwung auf der Insel - doch das Rentenalter steigt

Gute und schlechte Nachrichten für die Briten: die Wirtschaft erholt sich mächtig. Doch junge Leute müssen künftig bis zum 70. Lebensjahr arbeiten.

Endlich hatte Finanzminister George Osborne seinen Landsleuten Erfreuliches zu berichten. Fünf Jahre nach dem Beginn der Finanzkrise stellt sich nun auf der Insel ein kräftiger Konjunkturaufschwung ein und nicht nur das: das Vereinigte Königreich wird den neuesten Prognosen zufolge stärker wachsen als Deutschland und die restliche Eurozone, stärker auch als die USA. Denn das unabhängige Haushaltsbüro OBR hob seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 0,6 Prozent im März jetzt auf 1,4 Prozent an, 2014 soll die britische Wirtschaft dann sogar um 2,4 Prozent (vorher 1,8 Prozent) zulegen. Allerdings musste Osborne vor dem Parlament auch einräumen, dass die Finanzkrise tiefere Spuren hinterlassen hatte als bisher gedacht: Die Wirtschaftsleistung schrumpfte in den Jahren 2008 - 2009 um satte 7,6 Prozent und damit um deutlich mehr als bisher angenommen (minus 6,3 Prozent). So haben die Briten also noch jede Menge aufzuholen. "Unsere Volkswirtschaft ist ärmer dran. Wir sind auf dem richtigen Weg aber nicht über dem Berg" , so der Minister. Und er beschwor die Briten: "Unsere Arbeit ist noch längst nicht getan!"

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In der Tat. Die Briten werden trotz der erfreulichen Konjunkturnachrichten weiter sparen müssen. Das Haushaltsdefizit, das infolge der Bankenrettung und der Aufblähung des öffentlichen Sektors auf exorbitante elf Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) geschnellt war, als die jetzige Regierung von Premier David Cameron im Mai 2010 die früheren Labour-Regierung ablöste, fällt in diesem Jahr auf 6,8 Prozent des BIP. Damit ist es aber mehr als doppelt so hoch wie von der EU erlaubt, obwohl sich die Briten als nicht Euro-Mitglieder natürlich nicht an diese Grenzen halten müssen. Doch allein der Märkte wegen - Großbritannien hat bei zwei großen Ratingagenturen bereits sein AAA-Rating eingebüßt - will Osborne den Sparkurs fortsetzen. Für das kommende Jahr prognostizierte er ein Haushaltsminus von 5,6 Prozent des BIP, das sich danach weiter reduzieren soll.

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Ab 2018 sei dann sogar ein Überschuss zu erwarten, so der Finanzminister. Das allerdings wäre drei Jahre nach den nächsten Wahlen, die im Mai 2015 stattfinden müssen. Bis 2018 kann also noch viel passieren, nicht zuletzt steht ja im Falle eines konservativen Wahlsiegs im Jahr davor das EU-Referendum an bei dem die Briten über Verbleib oder Ausstritt aus der Europäischen Union entscheiden sollen. Auch sonst ist das rosige Bild nicht ganz ungetrübt. Schließlich hatte Osborne ursprünglich schon 2015 einen ausgeglichenen Haushalt versprochen - nun dauert es drei Jahre länger, bis dieses Ziel erreicht wird. Und obwohl die Neuverschuldung angesichts des Sparprogramms und der nun konjunkturell bedingten Zunahme der Steuereinkünfte reduziert werden kann, gilt das nicht für die Altlasten: die Schuldenquote steigt in Großbritannien voraussichtlich noch bis 2015 weiter an, wo sie mit 80 Prozent des BIP dann allerdings ihren Spitzenwert erreicht haben dürfte, hofft Osborne. Er kündigte an, dass das gesamte Sozialbudget ab dem kommenden Jahr gedeckelt und die Ministerien zusätzlich zu den bereits bekanntgegebenen Sparzielen über die nächsten drei Jahre weitere drei Milliarden Pfund einsparen sollen.

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