Herbstgutachten: Der Aufschwung braucht eine breitere Basis

Herbstgutachten: Der Aufschwung braucht eine breitere Basis

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Um das Konjunkturplus zu erhalten ist jetzt die Binnennachfrage gefordert

von Mark Fehr

Die deutsche Wirtschaft feiert ein sensationelles Comeback aus der Krise. Doch die globale Konjunktur verliert an Tempo – daher muss jetzt die nationale Nachfrage anspringen.

Nun ist es quasi amtlich: Deutschlands Top-Ökonomen bestätigen die glänzenden Konjunkturprognosen, die schon in den vergangenen Monaten für breiten Optimismus gesorgt haben. In ihrem großen Herbstgutachten prophezeien die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ein reales Wachstum von 3,5 Prozent in diesem und zwei Prozent im nächsten Jahr.

Der rasante Aufschwung nach den Krisenjahren wird also bald an Tempo verlieren – auch, weil sich die Konjunktur in bislang nachfragehungrigen Schwellenländern beruhigt. Die Exportindustrie kann deshalb nicht Stützpfeiler des deutschen Wachstums bleiben und der Außenhandel kaum noch zum Anstieg der Wirtschaftsleistung beitragen. „Damit wird die Inlandsnachfrage das Tempo der Expansion bestimmen“, schreiben die führenden deutschen Ökonomen in ihrer Gemeinschaftsdiagnose.

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Kauflaune steigt

Springt jetzt die Binnennachfrage tatsächlich in die Bresche? Dafür stehen die Chancen nach aktueller Einschätzung der Wirtschaftsforscher gut. Die Zahl der Arbeitslosen dürfte weiter deutlich zurückgehen und im Jahresschnitt 2011 unter drei Millionen liegen; die Arbeitslosenquote könnte auf sieben Prozent sinken. Schon jetzt signalisieren Umfragen, dass die Kauflaune in den privaten Haushalten steigt. Beim traditionell lauen Konsum bahnt sich daher laut Herbstgutachten eine Wende an.

Allerdings: In diesem Jahr fällt der Beitrag der Verbraucher zum Wirtschaftswachstum noch äußerst bescheiden aus. Fast der gesamte Anteil des Konsums am Anstieg des Bruttoinlandsprodukts geht auf staatliche Ausgaben zurück. Kein Wunder, denn der private Verbrauch stagniert auf Jahressicht nahezu. Doch 2011 ändert sich das. Im kommenden Jahr werden die Ausgaben der privaten Verbraucher viermal so viel zum Wachstum beitragen, wie der Staatskonsum.

Mit um knapp drei Prozent gestiegenen verfügbaren Einkommen können die Deutschen künftig deutlich mehr Geld ausgeben. Doch die Sparquote bleibt konstant. Wegen der unsicheren Rente müssen besonders junge Familien Geld fürs Alter zurücklegen. Immerhin könnte der Privatkonsum 2011 nach Jahren der Stagnation erstmals wieder zulegen. Die Institute prognostizieren einen Anstieg der realen Verbraucherausgaben um 1,4 Prozent.

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