Herbstgutachten: Deutsche Wirtschaft wächst deutlich schwächer

ThemaKonjunktur

Herbstgutachten: Deutsche Wirtschaft wächst deutlich schwächer

Bild vergrößern

Das Herbstgutachten der führenden Wirtschaftsunternehmen sagt der deutschen Wirtschaft nur noch schwaches Wachstum voraus.

Der deutschen Wirtschaft droht eine Schwächephase: Das Herbstgutachten der führenden Wirtschaftsforscher dämpft die Konjunkturerwartungen. Exporte waren bisher eine solide Wachstumsstütze - jetzt brechen sie ein.

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten für die deutsche Wirtschaft nur noch ein deutlich abgeschwächtes Wachstum. Die Konjunktur habe sich merklich abgekühlt, die Nachfrage aus dem In- und Ausland sei derzeit schwach, heißt es in ihrem Herbstgutachten. Im dritten Quartal habe die Wirtschaft sogar stagniert. Als Ursachen nennen die Ökonomen die internationalen Krisenherde, aber auch die Schwäche im Inland. Es trifft jetzt aber auch die deutschen Exporteure.

Im August brachen die Ausfuhren zum Vormonat um 5,8 Prozent ein. Das ist der stärkste Rückschlag seit gut fünfeinhalb Jahren, wie aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht.

Anzeige

Die Forschungsinstitute rechnen für dieses Jahr nur noch mit 1,3 Prozent mehr Wirtschaftsleistung. Im kommenden Jahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt um 1,2 Prozent steigen. Vor einem halben Jahr hatten die Experten noch 1,9 Prozent für 2014 und 2,0 Prozent Wachstum für 2015 vorausgesagt. Die Forscher empfehlen der Bundesregierung, die Wachstumskräfte zu stärken: mit einer Senkung der Abgabenbelastung und höheren Investitionen.

Monatsbericht EZB warnt vor Gefahren für die Konjunktur

Die Europäische Zentralbank äußert sich in ihrem neuen Monatsbericht pessimistisch. Die Risiken für den Wirtschaftsausblick im Euro-Währungsgebiet seien abwärts gerichtet.

Die Konjunktur im Euroraum ist noch nicht aus dem Schneider. Die Risiken seien weiterhin immens hoch, so der EZB-Monatsbericht. Quelle: dpa

Die Weltwirtschaft wachse nur noch mit einem unerwartet mäßigen Tempo. Insbesondere der Euroraum befinde sich in einer Schwächephase. Die internationalen Krisenherde in Syrien und im Irak, aber auch der weiter schwelende russisch-ukrainische Konflikt trübten die Aussichten zusätzlich ein. „Aber auch die Binnennachfrage zeigt deutliche Zeichen von Schwäche“, erklärten die Experten.

Das Konsumklima habe sich zuletzt verschlechtert. Auch die Unternehmensinvestitionen gingen im zweiten Quartal zurück. Wegen der Stagnation im zweiten Halbjahr werde die Auslastung der deutschen Wirtschaft sinken. Das hinterlässt auch Spuren auf dem Arbeitsmarkt: Der Beschäftigungsaufbau verlangsame sich.

Nach dem Auftragseinbruch in der Industrie bekommt auch die Exportwirtschaft die weltweiten Krisen deutlich zu spüren. „Das Zusammentreffen gleich mehrerer Krisenherde ist Sand im Getriebe einer prinzipiell auf Wachstum gepolten Weltwirtschaft“, erklärte Anton F. Börner, Präsident des Außenhandelsverbands BGA. „Dies führt zu einer nachhaltigen Verunsicherung auf den Märkten und dementsprechend auch zu einem Ausbleiben von notwendigen Investitionen.“ Der jüngste Einbruch bei den Auftragseingängen lasse erwarten, „dass diese Belastungen auch in der zweiten Jahreshälfte ihre Spuren im Außenhandel hinterlassen werden“, warnte Börner.

Die Gefahren für die Konjunktur im Euroraum sind nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) weiterhin immens. „Die Risiken für den Wirtschaftsausblick im Euro-Währungsgebiet sind nach wie vor abwärtsgerichtet“, heißt es im EZB-Monatsbericht.

Auch aus der Wirtschaft kommen Vorwürfe. "Der außenwirtschaftliche Rückenwind ist nicht mehr da", sagte der Vize-Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier. "Jetzt kommt ein Stresstest für die Beschlüsse der großen Koalition." Die Frage sei, wie die Reformen - vom Mindestlohn bis zur Mütterrente - die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Produkte belasteten. Treier forderte mehr Investitionen. "Besonders die öffentliche Infrastruktur ist immer weniger ein Standortvorteil." Auch müssten Abschreibungsmöglichkeiten für private Investitionen verbessert werden. "Und wir brauchen auch ein Freihandelsabkommen mit den USA. Das belastet den Staatshaushalt nicht, fördert aber mehr Investitionen, Produktion und Konsum", sagte Treier.

Für das Herbstgutachten hat die Bundesregierung die Institute Ifo aus München, DIW aus Berlin, RWI aus Essen sowie IWH aus Halle beauftragt. Die Studie wird jeweils im Frühjahr und im Herbst vorgelegt.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%