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Herbstgutachten: Krisenmanagement drückt auf deutsches Wirtschaftswachstum

von Katja Köllen

Die führenden Wirtschaftsinstitute trauen Deutschland im kommenden Jahr nur noch ein Prozent Wachstum zu. Das Euro-Krisenmanagement halten sie für gefährlich und sehen Inflationsgefahr. Weitere Ergebnisse werfen ein gemischtes Licht auf die Wirtschaftsleistung.

Im Juni 1948 wird die D-Mark eingeführt. Sofort füllen sich die Regale in den Verkaufsläden. Die Nachfrage ist extrem hoch, die D-Mark  bringt die Wirtschaft in Gang. Denn: Unternehmen erzielten zeitnah hohe Gewinne, die wiederum direkt investiert wurden.

Foto: AP Photo/Archiv

Deutschlands Wirtschaft soll erneut langsamer wachsen. So steht es im Herbstgutachten der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute. Der Dämpfer für die deutsche Konjunktur fällt laut Prognose damit stärker aus als bisher erwartet.

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In Zahlen heißt das: Die Erwartungen an das deutsche Wirtschaftswachstum werden heruntergeschraubt – für 2013 sogar halbiert. Anstelle eines Plus‘ von 0,9 Prozent 2012 und 2,0 Prozent 2013 erwarten die Institute nur noch ein Wachstum von 0,8 Prozent in diesem und 1,0 Prozent im nächsten Jahr. "Daher wird die konjunkturelle Expansion vorerst schwach bleiben und erst im Verlauf des kommenden Jahres wieder leicht anziehen", heißt es im Herbstgutachten.

Die Gründe dafür sind altbekannt: Die eingetrübte Weltkonjunktur und die Eurokrise drücken weiterhin auf die deutsche Wirtschaft und bremsen sie aus.

Die daraus entstehende Unsicherheit setzt dabei vor allem den Unternehmen zu, so die Wirtschaftsforscher. Eine Folge sind weniger Investitionen und steigende Arbeitslosenzahlen. Die sollen laut Gutachten im nächsten Jahr nämlich von 2,892 Millionen auf 2,903 Millionen leicht steigen.

Konjunkturelle Abkühlung trifft Mittelständler stärker

Diese Tendenz zeigt sich auch in einer aktuellen Studie der Förderbank KfW und der Kreditauskunftei Creditreform zur Geschäftslage des deutschen Mittelstands. Von den rund 3.600 größeren Mittelständlern aller Branchen, die im zweiten Quartal 2012 befragt wurden, sind demnach nur noch 26,7 Prozent bereit, neue Mitarbeiter anzustellen. Im Vorjahr waren es noch 34,2 Prozent. Hingegen denken einige Unternehmen eher darüber nach Stellen abzubauen, so die Studie.

Weltkrieg und Hyperinflation vernichten die Vermögen von Millionen Deutschen. Im November 1923 steht ein Dollar bei 4,2 Billionen Mark.

Bild: AKG

Insgesamt bewerten nur noch etwas mehr als die Hälfte der Firmen ihre Geschäftslage in den vergangenen sechs Monaten mit "gut" oder "sehr gut“. Ebenfalls ein deutlicher Abschwung, denn im Herbst 2011 seien es noch gut 60 Prozent gewesen, so die Studieninitiatoren.

Gleiches gilt für die Perspektiven: Hier verteilen laut Umfrage sogar nur noch 48 Prozent gute Note und damit zehn Prozentpunkte weniger.

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