Ifo-Geschäftsklima : Unternehmer glauben an den Aufschwung

KommentarIfo-Geschäftsklima : Unternehmer glauben an den Aufschwung

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Mit verschränkten Armen sitzt eine Kursmaklerin auf dem Parkett der Börse in Frankfurt am Main. An der Börse ist man dem Aufschwung gegenüber sehr skeptisch.

von Mark Fehr

Die Börse misstraut dem Boom, doch die Industrie lässt sich die Konjunkturlaune nicht verhageln. Deutschlands wichtigster Frühindikator legt eine überraschende Entwicklung hin.

Während das Land noch immer über das Rekordwachstum im zweiten Quartal jubelt, wettet die Börse schon wieder auf den Abschwung.

Die Bedenken sind ernst zu nehmen, denn es zeichnen sich bereits neue Konjunkturrisiken ab: Eine Rezession in den USA könnte die deutsche Wirtschaft mitreißen, eine platzende Immobilienblase in China würde den Exportsektor empfindlich treffen – und eine anhaltende Wachstumsschwäche in Europa schließlich dürfte die Probleme der Währungsunion vergrößern.

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War das Wachstumswunder der vergangenen Monate also nur ein kurzes Aufbäumen vor dem nächsten Absturz? Die empfindlichen Börsianer haben diese Frage scheinbar schon beantwortet. Ihre Unsicherheit ließ den Dax unter die 6000-Punkte-Marke fallen.

In einer solchen Situation kommt der neue ifo-Geschäftsklimaindex gerade richtig. Die vom ifo Institut für Wirtschaftsforschung befragten Unternehmer halten nichts von Konjunkturpessimismus und ließen den wichtigsten Frühindikator für die deutsche Wirtschaft unerwartet steigen.

Erneuter Rekordwert

Das ifo-Barometer legte auf 106,7 Punkte zu – der höchste Stand seit drei Jahren. Schon im Juli feierte das vielbeachtete Barometer einen Rekordwert – allerdings nicht aufgrund des Pegelstands, sondern wegen des stärksten Anstiegs gegenüber dem Vormonat seit der Wiedervereinigung. „Die deutsche Wirtschaft ist im stabilen Sommerhoch", sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn zur aktuellen August-Umfrage. Das liegt vor allem am guten Urteil der Unternehmer über ihre aktuelle Geschäftslage; die Aussichten für die kommenden sechs Monate trübten sich dagegen leicht ein.

Doch das ist nicht die Nachricht. Kein Mensch kann erwarten, dass die deutsche Wirtschaft das enorme Wachstumstempo des Frühjahrs unendlich lang beibehält. Bemerkenswert dagegen ist, dass sich die Aufschwungsstimmung als stabil erweist. Der Boom ist mehr als ein allein vom Außenhandel entzündetes Strohfeuer. Er wirkt nachhaltig und speist sich aus unterschiedlichen Quellen. Nicht nur der Export trägt zum Wachstum bei, sondern auch die Investitionen der Unternehmen und die Ausgaben der privaten Verbraucher steuern ihren Teil bei.

Die Zufriedenheit der von den ifo-Experten befragten Unternehmer mit dem aktuellen Gang ihrer Geschäfte zeigt: Der von der Börse befürchtete Absturz der Wirtschaftsleistung im dritten und vierten Quartal ist unwahrscheinlich. Die deutlich erhöhten Wachstumsprognosen von Wirtschaftsinstituten und Banken von drei bis 3,5 Prozent für das Gesamtjahr scheinen in dieser Situation gerechtfertigt.

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