ifo-Index: Na also, geht doch!

ifo-Index: Na also, geht doch!

von Mark Fehr

Angesichts einzelner Dämpfer, die das Konjunkturklima kürzlich hinnehmen musste, konnte man leicht den Mut verlieren. Der Commerzbank-Frühindikator Earlybird, der seinen Höhenflug beendete, die schlechten Nachrichten über gesunkene Produktion und weniger Industrieaufträge, sowie das schwache Weihnachtsgeschäft ließen den ein oder anderen zweifeln, ob die sich seit Frühjahr abzeichnende wirtschaftliche Erholung von Dauer sein würde.

Doch der stärker als erwartet gestiegene Geschäftsklimaindex des Münchner ifo Instituts für Wirtschaftsforschung stärkt die Hoffnung, dass Deutschland langsam aber sicher aus der Krise findet. Im Dezember kletterte das Barometer von 93,9 auf 97,4 Punkte. Der Grund für den neunten Anstieg in Folge: Die 7000 monatlich von den ifo-Experten befragten Unternehmen beurteilen ihre aktuelle Lage deutlich besser als im November. Auch der Blick in das kommende halbe Jahr fällt nochmals positiver aus als im Vormonat, allerdings flacht bei den optimistischeren Zukunftsaussichten die Dynamik langsam ab.

„Die zuversichtlichen und skeptischen Zukunftsbewertungen gleichen sich nahezu aus“, erklärte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Angesichts des scharfen Einbruchs im vergangenen Winter könne man sich über die jüngste Klimaverbesserung wie über ein Weihnachtsgeschenk freuen.

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Wie jeder guten Konjunkturnachricht während der Krise folgten auch der positiv ausgefallenen ifo-Umfrage sofort wieder Warnungen. „Wir sollten uns nicht in Sicherheit wiegen“, sagte ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger. Risiken wie Kreditklemme, Arbeitslosigkeit oder Unternehmensinsolvenzen bestünden im nächsten Jahr weiter. Auch wenn es gebetsmühlenartig klingt, aber wiederholt gilt: Diese Warnungen sind angebracht.

Trotz Wachstum mehr Arbeitslose

Doch bei aller Vorsicht lässt die anhaltend positive Tendenz der Frühindikatoren eine Hoffnung immer konkreter werden: Wir lassen die größte Wirtschaftskrise der vergangenen 80 Jahre langsam aber sicher hinter uns. Die Erholung erfolgt in kleinen Schritten, ist aber abgesehen von Rücksetzern grundsätzlich stabil. Allerdings wird etwa der Arbeitsmarkt die Spätfolgen dann am stärksten spüren, wenn andere Bereiche der Wirtschaft schon wieder festeren Boden unter den Füßen haben.

Das zeigen die Prognosen der Wirtschaftsforscher für die kommenden beiden Jahre. Die Wachstumsaussichten für 2010 reichen von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,2 Prozent (Institut für Weltwirtschaft) bis 2,0 Prozent (Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung). Für 2011 prognostizieren die Konjunkturauguren einen BIP-Anstieg zwischen 1,2 Prozent (ifo Institut für Wirtschaftsforschung) und 2,0 Prozent (ebenfalls Institut für Weltwirtschaft). Gleichzeitig gehen alle großen Institute in den nächsten beiden Jahren von einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosenzahl aus.

Von der langsamen aber stabilen Erholung abgesehen: Neue große Einbrüche sind nie auszuschließen, doch sie hätten andere Ursachen als die Finanz- und Wirtschaftskrise, die wir mühsam aber stetig verdauen. Das haben die Vorfälle in Abu Dhabi oder Griechenland gezeigt.

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