Immobilienmarkt USA: US-Hauspreise auf dünnem Eis

Immobilienmarkt USA: US-Hauspreise auf dünnem Eis

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Ein Haus in Washington steht zum Verkauf

von Konrad Handschuch

Der Case-Shiller-Index zeigt zwar eine leichte Erholung der amerikanischen Privatimmobilien an. Doch tatsächlich dürften die Preise von August zu September gefallen sein. Offensichtlich lässt sich der US-Häusermarkt auch durch Milliardensubventionen nicht stützen.

Auf den ersten Blick hat die Zahl etwas Beruhigendes: Um 0,3 Prozent ist der berühmte Case-Shiller-Index, der die Entwicklung der Hauspreise in 20 Metropolen der USA misst, im September gestiegen. Eine Stabilisierung des amerikanischen Immobilienmarkts, dessen Einbruch 2006 die Finanz- und Wirtschaftskrise auslöste, wäre ein hoffnungsvolles Signal für die US-Wirtschaft, die derzeit unter einem extremen Anstieg der Arbeitslosigkeit leidet.

Häuserpreise unter Druck

Doch auf den zweiten Blick ist die Zahl doch nicht so schön. Denn im Juli lag das Plus noch bei 1,6 Prozent und im August bei 1,2 Prozent. Weil nun aber die aktuelle Entwicklung immer als gleitender Drei-Monats-Durchschnitt berechnet wird, der jüngste Wert also genau genommen die Entwicklung von Juli bis September ausdrückt, müssen die Hauspreise gegenüber Juli und August zuletzt deutlich gesunken sein. Nur so lässt sich die von Monat zu Monat sinkende Zuwachsrate erklären.

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Die Ökonomen der UniCredit machen hinter dieser Entwicklung zwei Faktoren aus: So führt eine saisonübliche Belebung des Immobilienmarkts im Frühjahr und Sommer zu steigenden Preisen, die daraufhin im Herbst und Winter ebenso regelmäßig wieder nachlassen. Daneben könnten aber auch die massiven Steuererleichterungen für Immobilien-Ersterwerber, mit denen die US-Regierung in Washington den Markt zu stützten versucht und die eigentlich Ende November auslaufen sollten, im Sommer noch einen starken Nachfrageschub ausgelöst haben.

Staatliche Anreize verlängert

In ihrem Ausblick gehen die Ökonomen von UniCredit davon aus, dass die US-Immobilienpreise bis zum Herbst weiter nachgeben werden, im Winter dann aber den Boden erreichen werden und nicht unter das Vorjahresniveau fallen werden. Gründe dafür seien neben der jüngst beschlossenen Verlängerung der staatlichen Kaufanreize vor allem auch die Tatsache, dass die Preise ein weitgehend realistisches Niveau erreicht haben und das exzessive Überangebot auf dem Markt zuletzt stark nachließ.

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