Indizes brechen ein: Düstere Aussichten für die Konjunktur

Indizes brechen ein: Düstere Aussichten für die Konjunktur

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Die Stimmung in der Wirtschaft verfinstert sich: Das ZEW-Konjunkturbarometer fällt deutlich stärker als erwartet, auch der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft liegt auf dem schlechtesten Wert seit knapp zwei Jahren.

Die Aussichten der deutschen Wirtschaft trüben sich ein: Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren fielen im August deutlich, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Der entsprechende Index sank von minus 15,1 Punkten im Juli auf minus 37,6 Punkte. Experten hatten mit einem Rückgang auf 26,0 Punkte gerechnet.

 „Die Angst vor einer Rezession in den USA zusammen mit der Herabstufung der Kreditwürdigkeit amerikanischer Staatsanleihen hat die makroökonomische Unsicherheit weiter erhöht“, heißt es in der Einschätzung des ZEW. Hinzu komme die enttäuschende Entwicklung des Wirtschaftswachstums, das in Deutschland zuletzt unerwartet schwach ausgefallen sei.

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Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage für Deutschland bewegt sich den Ökonomen zufolge zwar im positiven Bereich, fällt aber im August deutlich schlechter aus als im Vormonat. Der entsprechende Indikator sank um 37,1 Punkte und notiert nun bei 53,5 Punkten. Auch die Konjunkturerwartungen für die Eurozone gingen in den Keller. Im August fiel der Indikator um 33,0 Punkte gegenüber dem Vormonat und liegt nun bei minus 40,0 Punkten. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum verschlechterte sich um 21,4 Punkte auf minus 19,1 Punkte. Der ZEW-Konjunkturindex gilt als ein wichtiger Stimmungsindikator der deutschen Wirtschaft. Befragt werden monatlich rund 300 Analysten und institutionelle Anleger.

Einkaufsmanagerindex auf dem schlechtesten Wert seit knapp zwei Jahren

Auch der Einkaufsmanagerindex für die gesamte Privatwirtschaft verharrte im August auf dem schlechtesten Wert seit knapp zwei Jahren, teilte das Markit-Institut am Dienstag zu seiner Umfrage unter rund 4000 Unternehmen mit. Das Barometer blieb mit 51,1 Zählern nur knapp über der 50-Punkte-Marke, ab der Wachstum signalisiert wird. Markit machte dafür zwei Gründe verantwortlich. „Zum einen die globale Nachfrageabschwächung", sagte Chefvolkswirt Chris Williamson. „Hinzu kommen die zunehmend unsicheren Konjunkturperspektiven und die Finanzkrise in der Eurozone, die dem Geschäftsklima massiv geschadet haben."

Damit steige die Wahrscheinlichkeit, dass die Wirtschaft im Euro-Raum im dritten Quartal noch schwächer wachse als im Frühjahr mit 0,2 Prozent. „Die größte Sorge bereitet die annähernde Stagnation in Deutschland, das als Wachstumsmotor so gut wie ausfällt", sagte Williamson. Auch Frankreich schaffte nur ein schwaches Plus.

„Außerhalb dieser beiden Schwergewichtsländer schrumpfte die Wirtschaftsleistung im Durchschnitt zum dritten Mal hintereinander", schrieben die Forscher.  Sorgen bereitet vor allem die Industrie im Euro-Raum. Deren Produktion stagnierte erstmals seit zwei Jahren wieder. Auch die Aussichten für die kommenden Monate sind nicht allzu rosig: Die Neuaufträge schrumpften bereits den dritten Monat in Folge, auch das Auftragspolster nahm ab. Die Exportaufträge fielen dabei so stark wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Dennoch wurden mehr neue Stellen geschaffen als in den beiden Vormonaten. 

Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie fiel etwa wie erwartet von 50,4 auf 49,7 Punkte und damit auf den tiefsten Wert seit 23 Monaten . Das Barometer für die Dienstleister sank um 0,1 auf 51,5 Zähler, Experten hatten sogar einen höheren Rückgang erwartet. Auch das ist der niedrigste Stand seit knapp zwei Jahren. Im Servicesektor fielen die Geschäftsaussichten so wenig zuversichtlich aus wie seit April 2009 nicht mehr. „Lediglich im Oktober 2008 und im Oktober 1998 war der entsprechende Index noch stärker eingebrochen als im Berichtsmonat", hieß es.

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