Industrie: Konjunktur im Sog der Zocker

KommentarIndustrie: Konjunktur im Sog der Zocker

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Eingespielt: Industrie und Verbraucher sind dank der guten Konjunkturlage derzeit in Höchststimmung, Foto: dpa

Noch sind die Konjunktursignale positiv: Im März sind Produktion und Auftragseingänge deutlich gestiegen. Ob der Trend anhält, ist jedoch ungewiss. Wieder einmal könnte der Finanzsektor den Aufschwung der Realwirtschaft kaputt machen. Ein Kommentar von Jan Mallien.

Die Serie guter Konjunktur-Meldungen aus den vergangenen Monaten hat sich fortgesetzt. Im März legte die Produktion in Deutschland um vier Prozent zu. Gestern war bereits ein deutliches Plus bei den Auftragseingängen der Industrie bekannt geworden.

Die Bestellungen stiegen um fünf Prozent gegenüber dem Vormonat Februar. Im Jahresvergleich ergab sich sogar eine Steigerung um ein Viertel.

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Trotz all der guten Nachrichten hat sich die Stimmung in den vergangenen Wochen dramatisch verschlechtert. Schuld daran sind die Euro-Krise und die Kapriolen an den Finanzmärkten: Schon wieder könnte der Finanzsektor den Aufschwung der Realwirtschaft kaputt machen.

Funktionsloser Finanzsektor

Die Entwicklung zeigt, dass die Finanzwirtschaft eine ihrer wichtigsten Funktionen nicht mehr erfüllt: Eigentlich soll sie den wirtschaftlichen Akteuren dabei helfen, Risiken abzufedern.

Dies war beispielsweise der Grund, warum im 17. Jahrhundert in den Niederlanden die erste Aktiengesellschaft gegründet wurde. Der Seehandel mit Indien war finanziell lukrativ, aber für einzelne Kaufleute zu riskant. Viele Schiffe wurden gekapert oder verschwanden im Sturm. Um das Risiko auf mehrere Schultern zu verteilen, gründeten Kaufleute eine Aktiengesellschaft: die niederländische Ostindien Kompanie.

Durch Finanzinnovationen wie diese wurde es für Unternehmen überhaupt erst möglich, bestimmte volkswirtschaftlich nützliche Risiken einzugehen. Heute allerdings sorgt der Finanzsektor zu einem großen Teil selbst für die wirtschaftlichen Schwankungen, vor denen er die Unternehmen eigentlich schützen soll.

Gestern hat der Dow Jones zeitweise neun Prozent seines Wertes verloren. Durch neue Handelssysteme und Computerprogramme wird an den Börsen noch schneller und kurzfristiger entschieden. Für Industrie und Haushalte ist dies fatal. Unternehmen, die Häuser bauen, Autos herstellen oder Maschinen anfertigen brauchen viel Zeit, um sich an veränderte Situationen anzupassen.

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