Inflation: Inflation oder Deflation?

Inflation: Inflation oder Deflation?

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Banknotenkontrolle: Wenn zu viel Geld zu wenig Gütern gegenübersteht, steigen die Preise

Im Kampf gegen Depression und Deflation verschulden sich die Regierungen haushoch, und die Zentralbanken pumpen riesige Summen an Liquidität in die Wirtschaft. Nach der Krise droht die Rückkehr der Inflation.

Es sind wahrlich keine guten Nachrichten, die die Bundesbürger dieses Jahr in die Osterferien begleiten. Den Betrieben brechen auch sechs Monate nach dem Ausbruch der Krise die Aufträge weg, die Unternehmenspleiten steigen, und viele Kurzarbeiter haben Angst, in die Arbeitslosigkeit entlassen zu werden. Feiertagslaune kommt da nicht so recht auf.

Ein kleiner Lichtblick ist da der Einkauf für das Osterfrühstück. Das leckere Feiertagsfrühstück – Milch, Butter, Käse, Quark und Obst – ist derzeit so billig wie lange nicht mehr. Ein Liter Frischmilch ist schon für 58 Cent zu haben, rund 25 Prozent weniger als im Vorjahr. Und ein 250-Gramm-Päckchen Markenbutter ist mit rund 59 Cent sogar so billig wie seit der Währungsreform 1948 nicht mehr.

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Auch Benzin ist billiger

Auch die Fahrt in den Osterurlaub reißt keine Löcher ins Budget. Rund 1,20 Euro müssen Autofahrer derzeit für einen Liter Superbenzin zahlen, rund 23 Cent weniger als im April vergangenen Jahres. Die Rutschpartie des Ölpreises in den vergangenen Monaten hat es möglich gemacht. Mit rund 50 Dollar je Fass der Sorte Brent kostet Öl aktuell so viel wie Anfang 2007. Im Sommer vergangenen Jahres hatte der Preis für das schwarze Gold noch einen Allzeitrekord von 146 Dollar erreicht.

Talfahrt der Preise

Die sinkenden Preise für Nahrungsmittel und Energie haben die Teuerungsrate für die Lebenshaltung kräftig nach unten gedrückt. Doch viele beschleicht dabei ein banges Gefühl. Wie lange geht das noch gut? Rutschen wir bald in die Depression und Deflation, eine Phase, in der das Preisniveau nachhaltig sinkt?

Experten treibt die Talfahrt der Preise dicke Sorgenfalten auf die Stirn. Sie fürchten, der weltweite Nachfrageeinbruch werde den Preisrückgang noch beschleunigen. Erinnerungen an die Große Depression in den Dreißigerjahren werden wach. Damals brachen Produktion und Preise in den USA um 30 Prozent ein, Massenarbeitslosigkeit war die Folge.

Mit milliardenschweren Liquiditätsspritzen und schuldenfinanzierten Konjunkturprogrammen stemmen sich die Notenbanken und Regierungen daher gegen den globalen Abwärtstrend bei Konjunktur und Preisen. Doch die Medizin, die sie der Weltwirtschaft verabreichen, hat gefährliche Nebenwirkungen. In zu hoher Dosis und zu lange verabreicht, könnte sie ins Gegenteil umschlagen und einen globalen Inflationsschock auslösen. Für die Zentralbanken beginnt ein geldpolitischer Drahtseilakt. Setzen sie die Liquiditätszufuhr zu früh ab, droht ein wirtschaftlicher Rückschlag. Pumpen sie zu lange Geld in das System, steht der Weltwirtschaft eine große Inflation bevor.

Schreckgespenst Deflationsspirale

Deflation fürchten Notenbanker wie der Teufel das Weihwasser. Allzu leicht kann ein harmlos erscheinender Rückgang der Verbraucherpreise in eine sich selbst beschleunigende Deflationsspirale münden. „Wenn sich bei den Verbrauchern die Erwartung festsetzt, dass die Preise weiter sinken, halten sie sich mit Käufen zurück, das zwingt die Unternehmen zu weiteren Preiszugeständnissen“, erklärt Wim Kösters, Professor für Geld- und Währungspolitik an der Ruhr-Universität Bochum.

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