Bild: AKGWeltkrieg und Hyperinflation vernichten die Vermögen von Millionen Deutschen. Im November 1923 steht ein Dollar bei 4,2 Billionen Mark.
Bild: AKGFünfzig Milliarden Reichsmark als Reichsbanknote. Dieser Schein war nur wenige Pennies wert.
Bild: AKGSpielende Kinder im Jahr 1923. Im Jahr der Hyperinflation war die damalige Reichsmark nichts mehr als Altpapier.
Bild: InterfotoHeute erziehen Eltern die Kinder zu gesundem Umgang mit Geld - im Jahre 1923 durften Kinder mit reichlich Geld spielen.
Bild: dpaBörsencrash und Weltwirtschaftskrise lassen die Produktion um fast die Hälfte schrumpfen. Sechs Millionen Deutsche sind arbeitslos. Der Gang zur Suppenküche gehört für die Menschen zum Alltag.
Bild: APDer Börsencrash vom 24. Oktober 1929 breitet sich rasant in der Welt aus. Im Jahre 1933 stellt US-Präsident Franklin D. Roosevelt mit einer Durchführungsverordnung den privaten Besitz von Gold unter Strafe.
Bild: dpaAuf der Konferenz von Bretton Woods 1944 wird das internationale Währungssystem reformiert: 40 Staaten vereinbaren feste Wechselkurse, der Wert des Dollar wird in Gold festgelegt. 1974 brach der Gold-Dollar-Standard von Bretton Woods zusammen.
Bild: dpaIn Deutschland wird die D-Mark eingeführt. Jahrzehntelang wird sie sich als stabile Währung erweisen.
Bild: dpaBei der Einführung der D-Mark ist diese dem Ansturm der Bürger ausgesetzt. Das Vertrauen sollte sich auszahlen.
Bild: dpaSolche Bilder sind im Jahre 1948 keine Seltenheit. Die D-Mark sorgt auch für gefüllte Regale.
Weltkrieg und Hyperinflation vernichten die Vermögen von Millionen Deutschen. Im November 1923 steht ein Dollar bei 4,2 Billionen Mark.
Im Jahr 1923 können die Deutschen beim Einkaufen ihre Portemonnaies getrost zu Hause lassen – sie brauchen stattdessen Schubkarren, Reisentaschen und Wäschekörbe, um ihr Geld zum Kaufmann um die Ecke zu tragen. Denn ihr Papiergeld, das einmal eine echte Währung gewesen ist, verliert täglich dramatisch an Wert. Im Mai 1923 kostet in Berlin ein Kilo Brot 474 Mark. Zwei Monate später ist der Preis auf 2200 Mark gestiegen, Anfang Oktober sind es 14 Millionen. Noch einmal vier Wochen später kostet der Brotlaib 5,6 Milliarden Mark.
Viele Unternehmen unterbrechen kurz die Produktion, sobald die Löhne ausbezahlt sind, damit sich die Arbeiter sofort etwas kaufen können. Über 1800 Druckmaschinen laufen rund um die Uhr, um immer neues Spielgeld in den Markt zu drücken; fast 30.000 Menschen sind mit der Herstellung neuer Geldscheine beschäftigt. Eine Straßenbahnfahrt gibt es für 50 Milliarden Mark, und um einen einzigen US-Dollar zu bekommen, müssen die Bürger rund vier Billionen Reichsmark zur Wechselstube karren – verrückter Alltag in der Hyperinflation.
Die dramatische Geldentwertung des Jahres 1923 ist in der deutschen Wirtschaftsgeschichte ein singuläres Ereignis, nicht nur, weil sie Millionen Sparer und viele mittelständische Unternehmer enteignete. Das deutsche Desaster zeigt, wie elementar eine unabhängige Notenbank für die Funktionsfähigkeit eines Währungssystems ist – und was umgekehrt passieren kann, wenn sie unter dem Druck der Politik und aufgrund einer vermeintlichen Alternativlosigkeit die Notenpresse anwirft.
Bild: dpaDie Bevölkerung im Jemen fordert, ihren ehemaligen Präsidenten Ali Abdullah Saleh zur Rechenschaft zu ziehen - für die getöteten Bürger während der Jasmin-Revolution. Das Land verzeichnet derweil eine Inflation in Höhe von 17,61 Prozent.
Quelle: IWF, Angaben in Prozent, im Vergleich zum Vorjahresmonat
Bild: REUTERSSuriname: 17,71 Prozent. In der Hauptstadt Paramaribo protestieren politische Aktivisten gegen die kürzlich beschlossenen Amnestiegesetze. Diese gewähren dem Präsidenten Desi Bouterse Straffreiheit. Er und weitere Politiker werden beschuldigt, 1982 Oppositionelle während der damaligen Diktatur ermordet zu haben.
Bild: dpaSudan: Der Präsident Omar al-Bashir lässt sich für die Befreiung der Heglig Öl-Felder von Süd-Sudan feiern. Die Inflationsrate liegt bei 18,09 Prozent.
Bild: dpaChina hat der African Union einen Hauptsitz gespendet. Das neue Gebäude befindet sich in der Hauptstadt von Äthiopien, Addis Abeba. Die Inflation liegt hier bei 18,11 Prozent.
Bild: REUTERSIm ehemaligen Bürgerkriegsland Sierra Leone liegt die Inflation bei 18,46 Prozent.
Bild: REUTERSVietnam: 18,69 Prozent
Bild: dapdIran: 21,30 Prozent
Bild: REUTERSGuinea: 21,52 Prozent. Die Präsident von Guinea (in der Mitte) Alpha Condé auf einem Treffen der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) in Abidjan, Republik Côte d'Ivoire.
Bild: REUTERSVenezuela: 28,19 Prozent
Bild: dpaWeißrussland: 53,22 Prozent. Die hohe Rubelentwertung von 65 Prozent und ein hohes Ausgabenprogramm der Regierung sind ein Grund für die galoppierende Inflation. Damit befindet sich das autokratisch geführte Land auf dem einsamen Platz Nummer eins.
Die Bevölkerung im Jemen fordert, ihren ehemaligen Präsidenten Ali Abdullah Saleh zur Rechenschaft zu ziehen - für die getöteten Bürger während der Jasmin-Revolution. Das Land verzeichnet derweil eine Inflation in Höhe von 17,61 Prozent.
Quelle: IWF, Angaben in Prozent, im Vergleich zum Vorjahresmonat
Verbot der Monetarisierung von Staatsschulden gekippt
„Nichts hat das deutsche Volk so erbittert, so hasswütig, so hitlerreif gemacht wie die Inflation“, notierte der Schriftsteller Stefan Zweig 1939. Und der Wirtschaftshistoriker Christoph Buchheim schrieb: „Die Fratze der Hyperinflation grub sich in das kollektive Gedächtnis der Deutschen ein und löste ein Inflationstrauma aus, das noch lange nachwirken sollte.“
Wie konnte es so weit kommen? Das humanitäre und geldpolitische Unheil beginnt im Jahr 1914. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs setzen die Kriegsparteien den bis dahin geltenden Goldstandard außer Kraft. Am 4. August endet die Verpflichtung der Reichsbank, die alte Mark des Kaiserreichs jeder-zeit in Gold umzutauschen. Und um seine immensen Kriegskosten finanzieren zu können, kippt Deutschland das zuvor geltende Verbot der Monetisierung von Staatsschulden.
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