Inflation: Teuerungsschub durch hohe Benzin-Preise

Inflation: Teuerungsschub durch hohe Benzin-Preise

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Diesel teurer als Benzin: Preistafel an einer Tankstelle in Heidelberg

Die Rekordpreise an den Tankstellen haben den Verbrauchern im Mai einen neuen Teuerungsschub beschert. Die Lebenshaltungskosten stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um drei Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden heute auf Basis erster Daten aus sechs Bundesländern mitteilte.

Damit lag die Inflation nur knapp unter dem im März erreichten Jahreshoch von 3,1 Prozent. Im April hatte sich die Teuerungsrate noch auf 2,4 Prozent abgeschwächt. Vor allem Benzin, Diesel und Heizöl verteuerten sich seither kräftig.

Die starke Teuerung dämpfe die Kaufkraft und werde so zur Gefahr für die Konjunktur, warnten Experten. In den kommenden Monaten drohen voraussichtlich weiter steigende Preise.

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„Im Spätsommer dürfte der Höhepunkt bei der Teuerung mit etwa 3,5 Prozent erreicht werden“, sagte Commerzbank-Experte Matthias Rubisch. Für das gesamte Jahr erwartet er durchschnittlich 3,1 Prozent - das wäre der höchste Wert seit 15 Jahren. Auch die Bundesbank rechnet erst im Spätherbst mit einem nachlassenden Preisdruck. So kommt auf die Gaskunden ein Preisanstieg von rund 20 Prozent zu, wie der Präsident des Branchenverbandes BDEW, Michael Feist, sagte.

Von April auf Mai stiegen die Verbraucherpreise mit 0,6 Prozent ebenfalls unerwartet stark. Damit schwinden die Chancen für eine Belebung des privaten Konsums. „Ich werde immer pessimistischer für den Konsum“, sagte der Konjunkturchef des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Udo Ludwig. Solange die Inflation über drei Prozent liege, bleibe von den Lohnerhöhungen real kaum etwas übrig. Dies drücke die Einzelhandelsumsätze. Die hohen Spritpreise belasteten bereits das GfK-Konsumklima.

Rekordhohe Ölpreise von zeitweise 135 Dollar je Fass machten sich mit einem kräftigen Preisanstieg für Kraftstoffe bemerkbar. Je Liter Benzin oder Diesel mussten die Autofahrer zeitweise mehr als 1,50 Euro bezahlen. Allein von April auf Mai verteuerte sich Diesel in den sechs Bundesländern um bis zu 8,7 Prozent. Der Preis für Heizöl stieg sogar um bis zu 13,3 Prozent. Mit einem schnellen Rückgang der Ölpreise sei nicht zu rechnen, sagte Ludwig.

Schwächer fiel der Preisanstieg bei Lebensmitteln aus. Milch und andere Molkereiprodukte wurden billiger und glichen einen Schub bei saisonabhängigem Obst und Gemüse zum Teil aus. Auf Monatssicht gingen die Preise in einigen Bundesländern sogar zurück.

Die anhaltend hohe Teuerung machen eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) unwahrscheinlicher. Befragte 82 Analysten sehen die Chance für einen solchen Schritt in diesem Jahr nur noch bei 60 Prozent; Ende April waren es noch 70 Prozent. Bundesbankpräsident Axel Weber schließt einer Zinssenkung kategorisch aus. Die EZB sieht stabile Preise nur bei Teuerungsraten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet.

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