Inflationsrate: Steuerprivileg der Hotels verpufft für Verbraucher

Inflationsrate: Steuerprivileg der Hotels verpufft für Verbraucher

von Mark Fehr

Die Inflation bleibt unter der Ein-Prozent-Marke, obwohl tanken und heizen deutlich teurer wird. Die reduzierte Mehrwertsteuer auf Übernachtungen nützt den Konsumenten dabei nichts.

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Hotelrechnung: Frühstück mit 19 Prozent, Übernachtung mit nur noch sieben Prozent Mehrwertsteuer

Die deutschen Verbraucher können sich über eine moderate Teuerung freuen. Im Januar stieg der Index der Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,8 Prozent. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) heute mit und bestätigte seine vorangegangene Schätzung.

Nach Angaben der Statistiker wird die Inflation aktuell vor allem durch einen Preisanstieg der Mineralölprodukte getrieben: Heizöl verteuerte sich im Vorjahresvergleich um sieben Prozent, Benzin sogar um 14,6 Prozent. Ohne die gestiegenen Ölpreise läge die Inflationsrate im Januar nur bei 0,2 Prozent. Teuer wurden auch Zigaretten, Zeitungen und Autoversicherungen.

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Ebenfalls angezogen hat der Strompreis (plus 3,9 Prozent), während der Gaspreis um mehr als ein Fünftel einbrach und Fernwärme im gleichen Zeitraum zu besseren Konditionen als zuvor geliefert wurde. Auch Lebensmittel waren im Januar 2010 wesentlich günstiger zu haben als im Vorjahresmonat.

Billige Unterhaltungselektronik

Worüber viele Verbraucher besonders gejubelt haben dürften: Gegenüber Januar 2009 sind die Preise für Unterhaltungselektronik stark gesunken. Fernseher, Computer, Notebooks oder Digitalkameras verbilligten sich deutlich – je nach Warengruppe um zehn bis fast 23 Prozent. Haushalte, die während der Weihnachtstage an Elektronik gespart haben, könnten im neuen Jahr Konsum möglicherweise günstig nachgeholt haben.

Von der Anfang des Jahres in Kraft getretenen Steuersenkung für Hotels haben die Verbraucher jedoch nichts. Im Rahmen des sogenannten Wachstumsbeschleunigungsgesetzes hatte die schwarz-gelbe Bundesregierung unter anderem die Umsatzsteuer auf Übernachtungen von 19 auf sieben Prozent gesenkt.

Hotelgäste gehen leer aus

Begründung für das stark umstrittene Steuergeschenk war auch der mögliche Wettbewerbsvorteil, den grenznahe Hotels durch niedrigere Übernachtungspreise hätten erhalten können. Doch die Mehrzahl der Herbergsväter tut alles andere, als die niedrigere Steuer an ihre Gäste weiter zu geben.

Hoteliers stecken lieber Geld in die Sanierung der Gästezimmer oder freuen sich schlicht über höhere Margen. Eine vollständige und sofortige Weitergabe des Steuerprivilegs hätte die gesamte Inflationsrate um mindestens 0,05 Prozent sinken lassen, rechnet die DekaBank vor.

Stattdessen haben sich Übernachtungen im Vorjahresvergleich jedoch um 0,2 Prozent verteuert. Der deutliche Rückgang der Preise für Beherbergungsdienstleistungen gegenüber Dezember 2009 ist nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Wesentlichen durch das Ende der Weihnachtsferien zu erklären.

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