Insolvenzen: Schäden durch Firmenpleiten nehmen zu

ThemaKonjunktur

Insolvenzen: Schäden durch Firmenpleiten nehmen zu

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Der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen geht davon aus, dass 2013 noch mehr Unternehmen Pleite machen werden. Das wird dramatische Auswirkungen für die Konjunktur haben.

Nicht nur die Privatinsolvenzen nehmen zu, sondern auch bei der Zahl der Unternehmenspleiten stehen die Zeichen schlecht. Die Zahlungsmoral verschlechtert sich.

Im laufenden Jahr dürfte die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland gegenüber dem Vorjahr noch dank guter Konjunktur zurückgehen. Aber schon im kommenden Jahr sei mit deutlich mehr Pleiten zu rechnen, schätzt der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU). Ihm zufolge könnten die Firmenpleiten von 30.500 Fällen (BDIU-Prognose) auf 32.000 steigen. Die Zahl der Insolvenzen deutscher Unternehmen könnte somit um fast fünf Prozent steigen. Noch dramatischer als die reine Anzahl an Insolvenzen dürften die daraus resultierenden Schäden anwachsen: Schon für 2012 sollen sich die Insolvenzschäden auf bis zu 55 Milliarden Euro belaufen. 2011 gab es hingegen nur ein Schadenvolumen von 31,5 Milliarden Euro.

Zahlungsausfälle bei Kunden

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In seiner alljährlichen Herbstumfrage hat der BDIU für die starke Zunahme wirtschaftlicher Schäden aus Unternehmenspleiten mehrere Ursachen ausgemacht. Zwar sei die Zahlungsmoral derzeit noch unverändert gut, aber rund ein Viertel der befragten Inkassounternehmen berichten von einer gegenüber dem Vorjahr schlechteren Zahlungsmoral der Unternehmen. Fast die Hälfte der Inkasso-Unternehmen rechnen vor dem Hintergrund einer sich abschwächenden Konjunktur mit einer weiteren Verschlechterung für 2013.
Die Gründe dafür, warum Unternehmen ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen, sind vor allem hohe Zahlungsausfälle bei deren Kunden, gaben mehr als drei Viertel der Inkassounternehmen an. Häufig münden diese Zahlungsausfälle in einem Liquiditätsengpass (68 Prozent). Dem krisenfesten Forderungsmanagement in den Unternehmen komme somit die entscheidende Bedeutung zu, sagte BDIU-Präsident Wolfgang Spitz bei der Vorstellung der Herbstumfrage
Auch bei der Zahl der zahlungsunfähigen Privatpersonen gibt es keinen Anlass zur Entwarnung. So hatte bereits vorige Woche die Wirtschaftsauskunftei Creditreform ihren jährlichen Schuldneratlas vorgelegt und erschreckende Zahlen präsentiert [LINK siehe unten]: Bundesweit ist demnach die Zahl der überschuldeten Erwachsenen seit dem vergangenen Jahr um weitere 190.000 auf 6,6 Millionen gestiegen - fast jeder zehnte Erwachsene ist verschuldet und Rechnungen nicht mehr begleichen. Besonders in der Altersgruppe der 50- bis 69-Jährigen zeige sich eine alarmierende Zunahme der Privatpleiten. Daneben sei besonders die Altersgruppe der 20 bis 30-Jährigen von der Überschuldung betroffen. Die Zahlen fallen jedoch stark unterschiedlich nach Regionen aus. Besonders betroffen seien einmal mehr strukturschwache Regionen und Ballungszentren.

Gründe, warum Verbraucher Rechnungen aktuell nicht vereinbarungsgemäß bezahlen, sind den Inkasso-Unternehmen zufolge in absteigender Reihenfolge Überschuldung, Arbeitslosigkeit, und absichtliche Zahlungsverweigerung. "Trotz guter Konjunktur und niedriger Arbeitslosigkeit ist es bislang nicht gelungen, die Schuldenkrise der Privathaushalte in den Griff zu bekommen", kritisiert BDIU-Vizepräsidentin Marion Kremer. "Auf lange Sicht sei das eine Gefahr für den Wirtschaftsstandort Deutschland."
"Den Umgang mit Geld muss man lernen", so Marion Kremer. "Nicht jeder Jugendliche hat das Glück, dass sein Elternhaus ihn dabei unterstützt. Wir sehen die Schulen in der Pflicht. Sie müssen ihr Lernangebot so ausgestalten, dass allen Schülerinnen und Schülern die wichtigsten Fertigkeiten vermittelt werden, die sie benötigen, um in der heutigen, komplexen Wirtschaftswelt zu bestehen. Der Umgang mit Geld muss ein Schulfach werden."

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Die von der Bundesregierung beabsichtigte Verkürzung der Wohlverhaltensperiode im Verbraucherinsolvenzverfahren lehnt der Inkasso-Verband BDIU ab. "Das sendet falsche Signale und könnte von unredlichen Verbrauchern als Einladung zum Schuldenmachen missverstanden werden", so Vizepräsidentin Kremer. Gläubiger würden benachteiligt. 61 Prozent der Inkassounternehmen erwarten laut Herbstumfrage schlechtere Realisierungsquoten, sollte das Gesetz wie vorgeschlagen in Kraft treten.
Eine Stärkung der außergerichtlicher Schuldenbereinigung und eine verbessertes Insolvenzplanverfahren sei bei Privatpleiten demgegenüber zu bevorzugen. "Die Pläne müssten fallabhängig ausgehandelt werden mit genauen Befriedigungszielen für die jeweiligen Gläubiger und individuellen Quoten für die Schuldner“, so Kremer. „Der Vorteil für die Gläubiger wären höhere Realisierungschancen. Schuldnern schafft das Anreize, durch eigene Anstrengungen zu einer schnelleren Restschuldbefreiung zu kommen und so einen wirtschaftlichen Neustart zu schaffen."

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