Institut für Weltwirtschaft : Deutschland steuert auf Hochkonjunktur zu

ThemaKonjunktur

Institut für Weltwirtschaft : Deutschland steuert auf Hochkonjunktur zu

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft hat seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr veröffentlicht. Und die sieht für Deutschland äußerst rosig aus. Und zwar sowohl für Unternehmen als auch für Verbraucher..

Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) sieht Deutschland vor einem kräftigen Aufschwung. Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr um 2,0 und 2015 um 2,5 Prozent zulegen, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Prognose der Kieler Ökonomen. Sie sind damit optimistischer als die Bundesregierung, die mit 1,8 und 2,0 Prozent rechnet. "Alles in allem steuert die deutsche Wirtschaft - wenn nichts dazwischen kommt - auf eine Hochkonjunktur zu", erklärte das IfW. Die Verbraucher dürften mehr konsumieren, die Unternehmen stärker investieren.

Konjunkturindikatoren

  • ZEW-Konjunkturerwartungen

    Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

  • ifo-Index

    Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

  • Einkaufsmanagerindex

    Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

  • Geldmenge (M1)

    Umfasst den Bargeldumlauf und die Sichteineinlagen, wie zum Beispiel Sparbücher. Da die in M1 enthaltenen Bestandteile direkt für Transaktionen zur Verfügung stehen, deutet ein Anstieg darauf hin, dass die Kaufbereitschaft der Konsumenten und Unternehmen steigt. Der Indikator hat einen Vorlauf von zwei bis drei Quartalen.

     

  • Baltic Dry Index (BDI)

    Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

  • GfK-Konsumklimaindex

    Der Index des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK prognostiziert die Veränderung der monatlichen privaten Konsumausgaben. Hierfür werden 2000 repräsentativ ausgewählte Personen nach ihren Einkommens- und Konjunkturerwartungen befragt.  

     

Treiber sei vor allem die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die ihren Leitzins vorige Woche auf das Rekordtief von 0,15 Prozent senkte und Banken erstmals Strafzinsen für das bei ihr geparkte Geld aufbrummte. "Damit vergrößert sich das Risiko von Fehlentwicklungen weiter, das wiederum ein erhebliches Rückschlagpotenzial für die wirtschaftliche Entwicklung birgt", warnt das Institut. Auch die Preise dürften im Aufschwung wieder stärker steigen. 2015 soll die Inflationsrate bei 2,2 Prozent liegen, in diesem Jahr dagegen nur bei 1,2 Prozent.

Anzeige

Weitere Artikel

Im März hatte das Kieler Institut vor Inflationsgefahren gewarnt. Bereits im kommenden Jahr dürfte sich die beginnende Hochkonjunktur demnach in höheren Teuerungsraten bemerkbar machen. Zur Diskussion um eine möglicherweise drohende Deflation in Europa hieß es dazu: „Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem ausgeprägten Rückgang der Preise auf breiter Front kommt, ist unserer Einschätzung nach gering“. Die gegenwärtig geringe Inflation im Euroraum werde bald wieder anziehen.

Auch andere Institute wie das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) beurteilen die Lage weiterhin als gut. Nach Ansicht der Hamburger Experten beflügeln die kräftige Entwicklung der Investitionen und der starke Konsum das Wachstum in Deutschland. Sie rechnen deshalb mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 2,2 Prozent.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%