Internationale Arbeitsorganisation: ILO rechnet mit Anstieg der Arbeitslosigkeit

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Internationale Arbeitsorganisation: ILO rechnet mit Anstieg der Arbeitslosigkeit

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Guy Ryder, General-Direktor der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, bei der Vorstellung des Berichts "Global Employment Trends 2013" im Europäischen Hauptquartier der Vereinten Nationen in Genf am 21. Januar 2013.

Pünktlich zum Weltwirtschaftsforum in Davos veröffentlicht die ILO jedes Jahr ihren Beschäftigungsbericht. In diesem Jahr sind die Zahlen besorgniserregend.

Mehr als fünf Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise wird die globale Arbeitslosigkeit 2013 möglicherweise erneut deutlich ansteigen. Das sagen zumindest die Ökonomen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Genf in ihrem jüngsten Beschäftigungsbericht voraus. Mangels ausreichendem Wirtschaftswachstum müsse im Laufe des Jahres mit zusätzlich 5,1 Millionen Arbeitslosen auf der Welt gerechnet werden.

2012 gab es weltweit gut 197 Millionen Arbeitslose, 4,2 Millionen mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Arbeitslosen werde 2013 auf mehr als 202 Millionen steigen, erklärte die UN-Sonderorganisation kurz vor den Beginn des Weltwirtschaftsforums (WEF) an diesem Mittwoch in Davos. 2014 kämen wahrscheinlich noch drei Millionen weitere Arbeitslose hinzu. „Die Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung und die unzureichenden Gegenmaßnahmen der Politik schwächen die Nachfrage und bremsen Investitionen und Neueinstellungen“, erklärte ILO-Chef Guy Ryder. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze sei rückläufig und die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit nehme zu. Seit 2007 hätten weltweit mehr als 28 Millionen Menschen ihre Arbeit verloren, etwa 39 Millionen gaben die Suche nach einer Stelle wegen fehlender Erfolgsaussichten auf.

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Die UN-Sonderorganisation forderte Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft auf, die Arbeitslosigkeit entschlossener zu bekämpfen. "Das Wachstum der Weltwirtschaft wird nicht stark genug sein, die Arbeitslosigkeit schnell zu senken", schrieben die ILO-Experten. Vor Europa stehe „die dringende Aufgabe eines effektiven Neustarts der Antriebsmaschinen für wirtschaftliches Wachstum“. Dies gelte insbesondere für Problemstaaten wie Griechenland mit schrumpfenden wirtschaftlichen Aktivitäten.

Die ILO mahnt eine schnellere Umsetzung finanzwirtschaftlicher Reformen an. Der Bankensektor müsse wieder erheblich stärker seiner wichtigsten Aufgabe nachkommen und Kredite für produktive Investitionen zur Verfügung stellen - besonders für mittelständische Unternehmen als wichtigster „Jobmaschine“. Trotz finanzpolitischer Gegenmaßnahmen wie dem Euro-Rettungsfonds EFSF und dem Rettungsschirm ESM sowie außerordentlicher Eingriffe in den Finanzmarkt durch die Europäische Zentralbank (EZB) habe sich das Wachstum in der Eurozone weiter verlangsamt. Dadurch seien die Arbeitsmärkte vieler Euroländer in eine schwere Notlage geraten.

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