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Interview: "Die Fed muss weg"

von Angela Hennersdorf

Der Chef des amerikanischen Cato Institute fordert die Abschaffung der US-Notenbank zugunsten eines freien Bankensystems.

WirtschaftsWoche: Mr. Allison, die Finanzmärkte fürchten einen baldigen Ausstieg der Fed aus dem Anleihekaufprogramm. Zu Recht?

Allison: Nein, die designierte neue Fed-Chefin Janet Yellen wird noch einige Zeit genauso weitermachen wie ihr Vorgänger, Ben Bernanke.

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Yellen sagt, sie wolle das Entstehen neuer Preisblasen verhindern...

Indem sie weiter künstliches Geld schafft? Die Fed kauft jeden Monat für 40 Milliarden Dollar Hypothekenanleihen und schafft damit auf dem Immobilienmarkt erneut eine Blase. Die Technologiebörse Nasdaq hat vor knapp zwei Wochen zum ersten Mal seit 13 Jahren mehr als 4000 Punkte erreicht. Damals platzte die Dotcom-Blase. Jetzt schafft die Fed mit ihrer Geldpolitik neue Blasen, und sie behindert Unternehmen, statt sie zu unterstützen.

Wie zum Beispiel?

Sie hat für kleine und mittelständische Unternehmen, die wie in Deutschland auch in den USA die meisten neuen Jobs schaffen, die Bedingungen für die Kreditvergabe enorm verschärft. Damit verhindert die Fed die Entstehung vieler neuer kleiner Unternehmen und die Schaffung neuer Jobs.

Notenbank Todeswünsche zum 100. Geburtstag der Fed

Vor 100 Jahren gründeten die USA eine Notenbank und monopolisierten die Geldversorgung. Kritiker sagen, heute gefährde sie das globale Finanzsystem, und fordern ihre Abschaffung. Wie es mit der Fed weitergeht.

Quelle: AP

Hat die Fed ihren Zweck überlebt?

Die Fed ist zur mächtigsten politischen Institution in den USA aufgestiegen. Sie diktiert die globalen Finanzmärkte – das ist beängstigend und gefährlich. Der Dollar ist doch nur deshalb relativ stabil, weil er eine internationale Reservewährung ist. Nur aus diesem Grund kann die Notenbank ungehindert Geld drucken und einen Schuldenberg anhäufen, der von keinem anderen Land akzeptiert werden würde. Die US-Geldpolitik hilft also vor allem dem amerikanischen Staat. Dank der niedrigen Zinsen kann sich Amerika, der größte weltweite Schuldner, günstig Geld leihen. Wären die Zinsen auf einem normalen Niveau von drei bis vier Prozent, sähe die fiskalische Lage der USA viel schlimmer aus.

Was wäre denn Ihre Alternative zum Zentralbanksystem?

Vor 100 Jahren gab es kein Federal Reserve System in den USA. Die Bundesstaaten haben ihre Banken selbst reguliert. Das hat gut funktioniert.

Bis zum großen Crash Anfang des 19. Jahrhunderts. Um ähnliche Krisen zu verhindern, ist die Fed geschaffen worden.

Sicherlich gab es damals Krisen, aber der Markt hat sie kurz und kräftig korrigiert. Diese Volatilität, die wir heute haben, gab es damals nicht. Die Fed ist 1913 gegründet worden, weil einige Wall-Street-Banken nach der Rettung durch den Staat riefen. Das war ein Fehler, weil die Banken mit der Fed im Rücken in aller Seelenruhe ihre hoch spekulativen Geschäfte betreiben können. Ein freies Bankensystem kann aber auch heute noch funktionieren.

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