Investitionen: DIW-Chef Fratzscher: Dax-Konzerne schaffen mehr Arbeitsplätze im Ausland als in Deutschland

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DIW-Präsident Marcel Fratzscher

von Konrad Handschuch und Malte Fischer

Die deutsche Wirtschaft investiert zu wenig in den heimischen Standort, warnt DIW-Präsident Marcel Fratzscher.

„Die großen Dax-Konzerne haben im vergangenen Jahr knapp 36.000 neue Arbeitsplätze im Ausland geschaffen, aber nur 6000 neue Jobs in Deutschland“, nennt der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in der WirtschaftsWoche Zahlen. „Dem Standort Deutschland drohen Nachteile, wenn die einheimischen Investitionen lahmen und der Standort im internationalen Vergleich zurückfällt“, so Fratzscher. „Die Zukunftschancen der deutschen Wirtschaft seien bei weitem nicht so gut wie viele dies glauben wollen.“ Laut DIW-Chef hat Deutschland eine der niedrigsten Investitionsquoten weltweit.
„Die Verkehrsinfrastruktur wird schlechter, Fachkräfte sind rar, und kein Unternehmen weiß heute, ob in zwei Jahren seine Energiekosten um 10, 20 oder 40 Prozent höher liegen werden. Das macht es enorm schwierig, zu planen, und setzt Anreize, eher im Ausland zu investieren“, kritisiert Fratzscher die politischen Rahmenbedingungen hierzulande.
Kontraproduktiv sind laut Fratzscher auch die aktuell von der Bundesregierung geplanten Reformen, speziell die für die Rente: „Ohne die Reformen hätten wir bis 2017 rund 20 Milliarden Euro Überschüsse in den öffentlichen Kassen. Das Geld könnten wir gut für Investitionen in die Bildung sowie die Verkehrs- und Kommunikationsinfrastruktur gebrauchen.“

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