IW-Konjunkturprognose: Wirtschaftswachstum 2015 ist nur ein Strohfeuer

IW-Konjunkturprognose: Wirtschaftswachstum 2015 ist nur ein Strohfeuer

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Momentan geht es heiß her in der deutschen Wirtschaft. Für 2016 rechnet das Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) aber mit einer Abkühlung.

Billiges Öl, der schwache Euro und niedrige Zinsen treiben derzeit noch die deutsche Wirtschaft an. Der Höhenflug wird Prognosen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge aber nicht anhalten.

Das IW-Institut befürchtet 2016 eine spürbare Abkühlung der deutschen Konjunktur und macht dafür vor allem die Bundesregierung verantwortlich. Dieses Jahr werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwar um rund 2,25 Prozent steigen, erklärten die Forscher des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) am Montag.

Gründe dafür seien etwa der gesunkene Ölpreis und niedrige Zinsen. "Sondereffekte zünden ein Konsum-Strohfeuer", betonte IW-Direktor Michael Hüther. Doch die Konjunktur werde bereits im nächsten Jahr deutlich an Kraft verlieren.

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Konjunkturindikatoren

  • ZEW-Konjunkturerwartungen

    Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

  • ifo-Index

    Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

  • Einkaufsmanagerindex

    Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

  • Geldmenge (M1)

    Umfasst den Bargeldumlauf und die Sichteineinlagen, wie zum Beispiel Sparbücher. Da die in M1 enthaltenen Bestandteile direkt für Transaktionen zur Verfügung stehen, deutet ein Anstieg darauf hin, dass die Kaufbereitschaft der Konsumenten und Unternehmen steigt. Der Indikator hat einen Vorlauf von zwei bis drei Quartalen.

     

  • Baltic Dry Index (BDI)

    Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

  • GfK-Konsumklimaindex

    Der Index des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK prognostiziert die Veränderung der monatlichen privaten Konsumausgaben. Hierfür werden 2000 repräsentativ ausgewählte Personen nach ihren Einkommens- und Konjunkturerwartungen befragt.  

     

"Mit einer Wirtschaftspolitik ohne Impulse für anhaltende Investitionen und Wachstum werden die Chancen auf einen lang anhaltenden dynamischen Aufschwung verspielt", mahnte Hüther und kritisierte erneut Mindestlohn und Rentenpolitik. Dies wirke zwar derzeit positiv, belaste aber mittelfristig Wirtschaft und Arbeitsmarkt. Die IW-Forscher sind mit ihrer Prognose für 2015 positiver als die Experten im Frühjahrsgutachten und die Bundesregierung. Für 2016 hingegen sind sie jeweils skeptischer: Ihre Prognose für das laufende Jahr erhöhten die Konjunkturforscher deshalb auf etwa 2,25 Prozent. Schon 2016 allerdings werde die Konjunktur deutlich an Kraft verlieren und die Wirtschaftsleistung nur noch um 1,5 Prozent wachsen.

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Der Ölpreis werde voraussichtlich wieder steigen, ebenso Importpreise und Lohnkosten. Der gesetzliche Mindestlohn belaste die Wirtschaft langfristig, erklärte das arbeitgebernahe Institut. Diese Wirkung werde derzeit von einem Konsumboom überdeckt.

Die Unternehmen blicken momentan zuversichtlich nach vorne. Rund 43 Prozent der Firmen erwarten 2015 eine steigende Produktion, nur 13 Prozent erwarten einen Rückgang, wie aus einer IW-Umfrage unter fast 3000 Unternehmen hervorgeht. Im vorigen Herbst waren nur 31 Prozent der befragten Firmen für 2015 zuversichtlich, 21 Prozent dagegen skeptisch.

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