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IWF-Bericht: "Europa droht eine Abwärtsspirale"

von Martin Kölling Quelle: Handelsblatt Online

In seinem Global Financial Stability Report entwirft der Internationale Währungsfonds (IWF) ein Horrorszenario für Europas Banken. Die EU müsse schleunigst einen Fahrplan für eine Bankenunion vorlegen, so die Botschaft.

Ein Bericht des Internationale Währungsfonds warnt Europa vor einer neuen Kreditklemme. Quelle: dpa
Ein Bericht des Internationale Währungsfonds warnt Europa vor einer neuen Kreditklemme. Quelle: dpa

Der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert Europas Politiker in seinem Global Financial Stability Report auf, weitere Reformen umzusetzen. „Die Zentralbanken haben gehandelt, nun sind die Regierungen an der Reihe zu handeln“, sagte IWF-Dirktor José Vinals am Mittwochmorgen bei der Vorstellung des Berichts in Tokio.

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Für den Fall, dass Europa versagt, malt der Bericht ein Horrorszenario aus: Ein Deleveraging Europäischer Banken von bis zu 4500 Milliarden Dollar und damit das Versiegen von Krediten in Europas Peripherie. Im April hatte der IWF noch einen Wert von 3800 Milliarden Dollar geschätzt.

Die gute Nachricht: Die jüngsten Entscheidungen in den USA, Europa und Japan haben in Vinals Augen der Welt hat eine Atempause für die Krisenbekämpfung verschafft. „Aber unsere Bewertung ist, dass das Vertrauen noch immer sehr fragil ist und die Risiken im Vergleich zu unserem vorigem Bericht vom April gestiegen sind“, sagte Vinals. „Meine Hauptbotschaft ist, dass weitere politische Anstrengungen notwendig sind, um dauerhafte Stabilität zu erreichen.“

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Das Hauptrisiko für die Weltwirtschaft bleibt in Augen des IWF derzeit Europa. „Die Kräfte der finanziellen und ökonomischen Fragmentierung zwischen dem Kern und der Peripherie haben sich vergrößert“, sagte Vinals. Vertrauensverlust und Unsicherheit ließen die grenzüberschreitenden Kapitalströme schrumpfen. Der IWF-Bericht warnt sogar, dass die Euro-Zone nun in die Phase einer Kapitalflucht eingetreten ist.

Dadurch stiegen die Finanzierungskosten für Regierungen, Banken, Unternehmen und Bürger. Eine Abwärtsspirale droht. Vinals glaubt allerdings, dass der Prozess umgekehrt werden kann. Die Europäische Zentralbank hat gehandelt und mit ihrem Aufkaufprogramm (OMT) die ärgsten Ängste der Investoren vertrieben. „Aber die Regierungen auf nationaler und auf Euro-Ebene müssen auf diese politischen Schritte aufbauen“, fordert Vinals, „der Einsatz ist hoch.“

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 10.10.2012, 10:41 UhrHeinzepeter

    Politische Union? Bankenunion? Europa rückt immer mehr davon ab. Eine Schuldenunion ist alles was bleibt. Wo bleibt den der "glühende Euro-Verfechter" Juncker bei der Transaktionssteuer? Wo bleibt er, wenn Hochgeschwindigkeitszockerei der Banken unlukrativ gemacht werden soll? Wo bitte, Herr Juncker, bleiben Sie? Herr Unglaubwürdig! Herr Nationalist zum Schutz des Finanzplatzes Luxemburg! Das sind Sie, Herr Juncker! Pfui Teufel!

  • 10.10.2012, 10:10 UhrOndoron

    Der IWF fordert mit der Bankenunion nichts Anderes, als daß die Deutschen Sparer zugunsten des Erhalts des Euros enteignet werden. Der völlig vergreiste Helmut Schmidt fordert nichts Anderes - die SPD hat sich diesen armen Mann als Vordenker genommen, diesen Schauspieler!
    Der Euro wird Deutschlands Wohlstand vernichten. Kohl, Genscher, Schmidt und die heutigen Europaheilsbringer wollen es nicht wahrhaben. Es ist schon alles verloren. Die Systempresstituierten singen weiter das Lied vom Euroendsieg. Und insbesondere der halbgebildete grüne Michel kapiert NICHTS!

  • 10.10.2012, 09:43 Uhrallesverloren

    Mit einer Banken-Union wird Europa endgültig zum Unrecht-Staat. Dann können alle Gauner und Betrüger ihre Kreditschöpfung massiv ausweiten, ohne je an Bezahlung zu denken. Dafür ist nun Nord-Europa zuständig.

    Langsam fängt man an, die Chinesen um ihre Führung zu beneiden. Die Schamlosigkeit, mit der Nord-Europa (Schwerpunkt Deutschland) ausgeplündert wird, ist dort nicht möglich. Viele Chinesen müssen sich der Härte des Gesetzes stellen. In Europa werden Betrüger lediglich getadelt und mit neuem Geld zugeschüttet, da sie systemrelevant geworden sind.

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