ThemaSchuldenkrise

alles zum Thema

IWF-Bericht: Europas Sorgenkinder – die Banken

IWF-Bericht: "Europa droht eine Abwärtsspirale"

« 2 / 3 »

Europas Sorgenkinder – die Banken


„Die Rettungsschirme laufen aus. Das haben wir klar vereinbart“

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble versicherte in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Juli 2010, dass die Rettungsschirme nicht von Dauer sein werden. Inzwischen ist klar: Der Euro-Rettungsschirm EFSF wird zwar abgelöst, aber ersetzt durch den permanenten Rettungsschirm ESM.

Bild: dpa


Im Mittelpunkt seiner Sorge stehen Europas Banken. Falls der Druck auf sie anhält, könnten ihre Vermögen im wahrscheinlichsten Szenario des IWF um 2800 Milliarden Dollar schrumpfen, rechnet der Global Financial Stability Report vor. In diesem Fall könnte die Kreditvergabe bis 2013 in Europas Peripherie um neun Prozent schrumpfen.

Doch der IWF hat ein noch schockierenderes Planspiel parat: Einem Abbau der Bankenvermögen um 4500 Milliarden Dollar und der Kreditvergabe in den Krisenländern um 18 Prozent. In Europas Kernländern würde die Kreditvergabe noch immer um mehr als zwei Prozent sinken. Eine noch größere Wirtschaftskrise in Europa wäre unvermeidlich.

Home

Doch das Antiserum gegen den Krisenvirus lieferte Vinals gleich mit. „Hingegen würden schnelle Züge zur Vervollständigung der Politiken diesen wirtschaftlichen Schaden vermeiden“, so Vinals. Sollten die politischen Reformen, die der IWF vorschlägt, vollständig umgesetzt werden, könnte der Schuldenabbau der Banken auf 2300 Milliarden Dollar und das Schrumpfen der Kreditvergabe in den Krisenländern auf knapp über fünf Prozent beschränkt werden.

So viel zahlt Deutschland für Europa

  • Rettungsfonds EFSM

    Beim Rettungsfonds EFSM stehen 60 Milliarden Euro zu Buche. Der deutsche Anteil beträgt dabei 12 Milliarden Euro.

  • 1. Rettungspaket für Griechenland (IWF und EU)

    Griechenland erhielt durch das erste Rettungspaket 83 Milliarden Euro, 17 Milliarden davon kamen aus Deutschland.

  • Einlagensicherungsfonds (von Experten geschätzt)

    Nach Schätzung der Citigroup müsste der von der EU-Kommission geforderte Einlagensicherungsfonds ein Volumen von 197 Milliarden Euro haben. Der deutsche Anteil läge dann bei 55 Milliarden Euro.

  • EZB-Staatsanleihenkäufe

    Die Europäische Zentralbank hat Staatsanleihen für 212 Milliarden Euro eingekauft. Der Bund ist daran mit 57 Milliarden Euro, also mehr als einem Viertel, beteiligt.

  • IWF-Beitrag zu den Rettungspaketen

    Der Internationale Währungsfonds zahlte 250 Milliarden Euro für die Rettungspakete. Deutschland gab dafür 15 Milliarden.

  • Geplanter ESM

    Der geplante dauerhafte Rettungsschirm, den noch nicht alle Länder ratifiziert haben, soll ein Volumen von 700 Milliarden Euro haben. Deutschland wäre daran mit 190 Milliarden Euro beteiligt.

  • Bürgschaften im Rettungsfonds EFSF

    Der Rettungsfonds bürgt mit 780 Milliarden, Deutschland allein mit 253 Milliarden Euro. Der deutsche Anteil an den bisher zugesagten EFSF-Mitteln liegt bei 95 Milliarden Euro.

  • Target-Verbindlichkeiten

    Die Target-Verbindlichkeiten liegen innerhalb des EZB-Verrechnungssystem bei 818 Milliarden Euro. Der deutsche Anteil daran beträgt 349 Milliarden Euro.

Vinals Medizin dürfte in Deutschland allerdings zum Teil bitter schmecken:

- Sicherung der schwachen Banken, zum Beispiel durch den Ausbau einer europäischen Bankenunion

- Sicherung der Kreditwürdigkeit der Staaten – durch wohlterminierte Haushaltskonsolidierung und Strukturreformen

- Eine starke Brandmauer durch den Rettungsschirm ESM (European Stabilisation Mechanism) und das Anleihekaufprogramm der EZB

Europa müsse letztlich die Union stärken. Durch eine gemeinsame Aufsicht der Banken. Außerdem müsse ein klarer Fahrplan für eine Bankenunion vorgelegt werden um die Märkte zu beruhigen und die „schädliche Verbindung“ zwischen den Staatsschulden und den Bankenbilanzen zu brechen.

Anzeige

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 10.10.2012, 10:41 UhrHeinzepeter

    Politische Union? Bankenunion? Europa rückt immer mehr davon ab. Eine Schuldenunion ist alles was bleibt. Wo bleibt den der "glühende Euro-Verfechter" Juncker bei der Transaktionssteuer? Wo bleibt er, wenn Hochgeschwindigkeitszockerei der Banken unlukrativ gemacht werden soll? Wo bitte, Herr Juncker, bleiben Sie? Herr Unglaubwürdig! Herr Nationalist zum Schutz des Finanzplatzes Luxemburg! Das sind Sie, Herr Juncker! Pfui Teufel!

  • 10.10.2012, 10:10 UhrOndoron

    Der IWF fordert mit der Bankenunion nichts Anderes, als daß die Deutschen Sparer zugunsten des Erhalts des Euros enteignet werden. Der völlig vergreiste Helmut Schmidt fordert nichts Anderes - die SPD hat sich diesen armen Mann als Vordenker genommen, diesen Schauspieler!
    Der Euro wird Deutschlands Wohlstand vernichten. Kohl, Genscher, Schmidt und die heutigen Europaheilsbringer wollen es nicht wahrhaben. Es ist schon alles verloren. Die Systempresstituierten singen weiter das Lied vom Euroendsieg. Und insbesondere der halbgebildete grüne Michel kapiert NICHTS!

  • 10.10.2012, 09:43 Uhrallesverloren

    Mit einer Banken-Union wird Europa endgültig zum Unrecht-Staat. Dann können alle Gauner und Betrüger ihre Kreditschöpfung massiv ausweiten, ohne je an Bezahlung zu denken. Dafür ist nun Nord-Europa zuständig.

    Langsam fängt man an, die Chinesen um ihre Führung zu beneiden. Die Schamlosigkeit, mit der Nord-Europa (Schwerpunkt Deutschland) ausgeplündert wird, ist dort nicht möglich. Viele Chinesen müssen sich der Härte des Gesetzes stellen. In Europa werden Betrüger lediglich getadelt und mit neuem Geld zugeschüttet, da sie systemrelevant geworden sind.

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Besuch bei den Opfern der Textilfabrik-Katastrophe
Besuch bei den Opfern der Textilfabrik-Katastrophe

Es grenzte an ein Wunder, als die Näherin Rashem Begum nach 17 Tagen aus den Trümmern des Gebäudes „Rana Plaza“ gerettet...

    Folgen Sie uns im Social Web

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.