IWF-Chefin: Lagarde warnt vor neuer Finanzkrise

IWF-Chefin: Lagarde warnt vor neuer Finanzkrise

, aktualisiert 09. April 2015, 18:19 Uhr
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IWF-Chefin Christine Lagarde.

Die IWF-Chefin Christine Lagarde warnt vor einer langfristigen Wachstumsschwäche der Weltwirtschaft. Die Politik müsse Strukturreformen durchsetzen.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat vor der Gefahr einer neuen weltweiten Finanzkrise gewarnt. „Die Risiken für die globale Finanzstabilität nehmen zu“, sagte die Französin am Donnerstag in Washington. Probleme könnten vor allem die niedrigen oder gar negativen Zinsen sowie dramatische Wechselkursschwankungen verursachen.

Auch wachse die Weltwirtschaft noch immer zu langsam, sagte Lagarde in einer Rede mit Blick auf die IWF-Frühjahrstagung in der kommenden Woche. Das globale Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr ungefähr genauso schnell zulegen wie 2014, als das Plus bei 3,4 Prozent lag. „Die weltweite Erholung geht weiter - aber sie ist durchwachsen und ungleichmäßig.“

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Konjunkturdaten der Weltwirtschaft

  • USA

    Wirtschaftswachstum

    2014: 2,3 %

    2015: 2,7 %

    Inflation

    2014: 1,7 %

    2015 - 1,0 %

    Arbeitslosigkeit

    2014: 6,2 %

    2015: 5,7 %

  • China

    Wirtschaftswachstum

    2014: 7,3 %

    2015: 7,0 %

    Inflation

    2014: 2,0 %

    2015: 1,8 %

    Arbeitslosigkeit

    2014: 4,0 %

    2015: 3,9 %

  • Russland

    Wirtschaftswachstum

    2014: 0,1 %

    2015: –1,7 %

    Inflation

    2014: 7,7 %

    2015: 8,8 %

    Arbeitslosigkeit

    2014: 5,1 %

    2015: 5,0 %

  • Japan

    Wirtschaftswachstum

    2014: 0,2 %

    2015: 1,1 %

    Inflation

    2014: 2,9 %

    2015: 2,3 %

    Arbeitslosigkeit

    2014: 3,7 %

    2015: 4,3 %

  • Frankreich

    Wirtschaftswachstum

    2014: 0,4 %

    2015: 0,9 %

    Inflation

    2014: 0,5 %

    2015: 0,6 %

    Arbeitslosigkeit

    2014: 10,2 %

    2015: 10,1 %

  • Großbritannien

    Wirtschaftswachstum

    2014: 3,0 %

    2015: 2,6 %

    Inflation

    2014: 1,5 %

    2015: 1,5 %

    Arbeitslosigkeit

    2014: 6,2 %

    2015: 5,5 %

  • Türkei

    Wirtschaftswachstum

    2014: 2,6 %

    2015: 3,1 %

    Inflation

    2014: 9,0 %

    2015: 7,1 %

    Arbeitslosigkeit

    2014: 9,7 %

    2015: 9,7 %

  • Brasilien

    Wirtschaftswachstum

    2014: 0,0 %

    2015: 0,5 %

    Inflation

    2014: 6,3 %

    2015: 5,3 %

    Arbeitslosigkeit

    2014: 5,0 %

    2015: 5,4 %

  • Portugal

    Wirtschaftswachstum

    2014: 0,8 %

    2015: 1,5 %

    Inflation

    2014: –0,3 %

    2015: 0,4 %

    Arbeitslosigkeit

    2014: 14,2 %

    2015: 13,7 %

  • Spanien

    Wirtschaftswachstum

    2014: 1,3 %

    2015: 2,0 %

    Inflation

    2014: –0,1 %

    2015: –0,3 %

    Arbeitslosigkeit

    2014: 24,5 %

    2015: 22,9 %

  • Italien

    Wirtschaftswachstum

    2014: –0,3 %

    2015: 0,6 %

    Inflation

    2014: 0,2 %

    2015: –0,2 %

    Arbeitslosigkeit

    2014: 12,6 %

    2015: 12,9 %

  • Griechenland

    Wirtschaftswachstum

    2014: 0,2 %

    2015: 1,9 %

    Inflation

    2014: –1,1 %

    2015: –0,3 %

    Arbeitslosigkeit

    2014: 27,1 %

    2015: 26,4 %

Während die Entwicklung in wichtigen Volkswirtschaften wie die USA und Großbritannien erfreulich sei und auch die Eurozone sich erhole, sehe es in manchen Entwicklungs- und Schwellenländern schlechter aus. Vor allem in Russland, Brasilien und vielen Teilen des Nahen Ostens gebe es ökonomische Probleme. Indien, China und Afrika südlich der Sahara stünden besser da.

Die lockere Geldpolitik in der Eurozone und in Japan sei hilfreich für die wirtschaftliche Entwicklung, betonte Lagarde, berge aber auch Gefahren. „Sie fördert eine höhere Risikotoleranz bei Investoren.“ Das könne zu überhitzten Börsen führen. Niedrigzinsen könnten zudem die Zahlungsfähigkeit von Lebensversicherungen und Pensionsfonds mit garantierten Auszahlungssummen gefährden.

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Die starken Wechselkursschwankungen seien zudem ein Risiko für Länder, die hohe Schulden in Fremdwährungen hätten, sagte Lagarde. Vor allem Schwellenländer, die zudem unter niedrigen Rohstoffpreisen litten und mögliche Zinserhöhungen für Kredite fürchten müssten, könnten in Schwierigkeiten geraten.

„Die Risiken mögen individuell handhabbar sein, aber wir müssen auch mit einem strukturellen Rückgang von Liquidität (also dem Abzug von Kapital, d. Red.) fertig werden“, sagte Lagarde. Regierungen müssten sich deshalb mit konsequenten Reformen und strengeren Regeln für einen Kapitalabzug wappnen und übermäßige Risikobereitschaft von Anlegern verhindern.

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