IWF: Finanzfeuerwehr füllt ihr Löschwasser auf - aber manche packen nur widerwillig an

KommentarIWF: Finanzfeuerwehr füllt ihr Löschwasser auf - aber manche packen nur widerwillig an

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Es kommentiert WirtschaftsWoche-Redakteur Christian Ramthun

Beim Frühjahrstreffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Washington arbeitet die Weltgemeinschaft an diesem Wochenende an Finanzhilfen für schwächelnde Länder. Doch nicht alle Länder ziehen mit.

Es ist wie bei der kommunalen Feuerwehr. Wenn nichts brennt und nichts zu Löschen ist, zweifelt man an den Kosten für Mannschaft und Ausrüstung. So auch bei den beiden Organisationen, die in Washington ihren Sitz haben: der Internationale Währungsfonds (IWF), der Länder vor dem Staatsbankrott bewahren soll, und die Weltbank, die armen Ländern Geld und Know-how zur Entwicklung zur Verfügung stellt.

Die Mittel des IWF sollen auf 750 Milliarden Dollar aufgestockt werden

Jahrelang zweifelten gerade beim IWF viele der 185 Mitgliedstaaten an dessen Sinn. Dank der Weltfinanzkrise stellt plötzlich niemand mehr die Institutionen infrage. Im Gegenteil, seit Monaten drängen vor allem die Industriestaaten auf eine exponierte Rolle des IWF, um den Zusammenbruch schwächelnder Staaten wie Ungarn, Lettland oder die Ukraine zu verhindern. Denn deren Staatsbankrott würde - ähnlich wie die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers - die Finanzkrise weiter anheizen. 

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Die Staatengemeinschaft, allen voran die Gruppe der G-20-Länder, hat beschlossen, die Finanzmittel des IWF von 250 Milliarden auf 750 Milliarden US-Dollar aufzustocken. Es gilt, das Löschwasser gegen die Finanzkrise aufzufüllen. Doch die Frühjahrstagung in Washington zeigt, dass zwischen Lippenbekenntnissen und Taten oft viele Milliarden Dollar liegen. Japan und die EU-Länder geben jeweils 105 Milliarden Dollar, die USA wollen 100 Milliarden und China 40 Milliarden beisteuern.

Schwellenländer fordern mehr Mitsprache

Speziell die Chinesen zaudern, genauso wie die Brasilianer und die Russen. Sie taktieren, fordern im Gegenzug mehr Mitsprache im IWF. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.

Denn sie haben den Währungsfonds nie wirklich gemocht; er hat den Odeur eines imperialistischen Instruments aus den Zeiten des Kalten Krieges. Und was sollen sich die Schwellenländer um die "westliche" Finanzkrise scheren? Man spürt den Widerwillen, kräftig mit anzupacken. Es braucht viele Gespräche, um die Weltgemeinschaft von der Globalität der Finanzkrise zu überzeugen. Eines davon ist die Frühjahrstagung von IWF und Weltbank.

 

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