IWF-Vizedirektorin Shafik: Deutschland muss mehr investieren

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IWF-Vizedirektorin Nemat Shafik (hier im Oktober in den arabischen Golfstaaten). Shafik fordert die Bundesregierung auf, mehr zu investieren um die Konjunktur anzukurbeln. Anderenfalls drohe Stagnation.

von Silke Wettach

IWF-Vizedirektorin Nemat Shafik fordert von der künftigen Bundesregierung höhere öffentliche Investitionen und eine Liberalisierung des Dienstleistungssektors.

„Deutschland muss die Investitionen steigern“, sagt Shafik im Interview. „Wenn die Politik nicht beherzt vorangeht, bekommen wir nun über Jahre Stagnation“, betonte sie mit Blick auf die gesamte Eurozone.
Hierzulande sieht die Ökonomin in öffentlichen Aufträgen ein „vielversprechendes“ Instrument. „Je mehr der Staat investiert, desto mehr Chancen schafft er für private Investoren“, so Shafik. Eine bessere Infrastruktur wie etwa Straßen oder preiswerter Strom lockten Unternehmen an: „Darum würden öffentliche Investitionen das Wachstumspotential in Deutschland erheblich erhöhen. Das könnte auch dazu beitragen, den Leistungsbilanzüberschuss abzubauen.“

Gleiches gelte für eine Liberalisierung der Dienstleistungssektors. Shafik: „Dabei würden neue Jobs entstehen, und die Gesamtwirtschaft würde eher in Richtung nicht handelbare Güter ausgerichtet. Fazit der IWF-Managerin: „Das wäre gut für Deutschland – und für den Rest Europas.“

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Der Internationale Währungsfonds IWF sieht laut Shafik nur „sehr niedriges Wachstum“ in der Euro-Zone. Der Abbau von Schulden und von Arbeitslosigkeit werde dadurch extrem behindert. „Für das kommende Jahr prognostizieren wir ein Wachstum von einem Prozent in der Euro-Zone. Das ist besser als das Minus, das wir in diesem Jahr erwarten. Aber es ist nicht genug“, warnt die IWF-Vizedirektorin.

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