Jahreswirtschaftsbericht: Bundesregierung erwartet Beschäftigungsrekord

ThemaKonjunktur

Jahreswirtschaftsbericht: Bundesregierung erwartet Beschäftigungsrekord

, aktualisiert 12. Februar 2014, 12:49 Uhr
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) unterhalten sich vor der Sitzung des Bundeskabinetts, in der unter anderem der Jahreswirtschaftsbericht 2014 Thema ist.

Die deutsche Wirtschaft kommt nach einem schwachen Vorjahr wieder in Schwung. Daher rechnet die große Koalition auch mit so vielen Jobs wie nie. Impulse kommen vom Privatkonsum und von mehr Investitionen.

Deutschland steuert nach Ansicht der Bundesregierung dank eines kräftigen Wirtschaftsaufschwungs auf einen Beschäftigungsrekord zu. Nach dem am Mittwoch vom Kabinett in Berlin beschlossenen Jahreswirtschaftsbericht rechnet die Koalition für das laufende Jahr mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,8 Prozent. Damit hebt die Regierung ihre bisherige Prognose um 0,1 Prozentpunkte an. Für 2015 wird dann ein Plus von 2,0 Prozent erwartet. Nach einem mageren Zuwachs von zuletzt nur 0,4 Prozent zieht die Konjunktur wieder deutlich an. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) erklärte: „Die deutsche Wirtschaft ist auf einen stabilen und breit angelegten Erholungskurs eingeschwenkt.“ Wachstumsmotor sei die Binnenwirtschaft. Mit der Prognose bleibt die Bundesregierung aber eher vorsichtig. Einige Ökonomen sagen ein stärkeres Wachstum für Europas größte Volkswirtschaft voraus.

Von dem Aufschwung profitieren der Arbeitsmarkt sowie die Staats- und Sozialkassen. Die Zahl der Erwerbstätigen soll 2014 im Jahresdurchschnitt um 240 000 auf den Rekordwert von 42,1 Millionen klettern. Im nächsten Jahr lässt die Dynamik mit einem geringeren Job-Zuwachs etwas nach. Die Arbeitslosenquote soll 2014 leicht von 6,9 auf 6,8 Prozent fallen und sich im nächsten Jahr nicht ändern. Das Wachstum wird inzwischen stärker von der Binnennachfrage getragen - mit einem Plus von 2,0 Prozent in diesem Jahr. Diese profitiert in Folge der guten Beschäftigungslage und höherer Löhne auch von einem stärkeren Privatkonsum. Bei den Bruttolöhnen rechnet die große Koalition in diesem Jahr nominal mit einem Plus von 2,7 Prozent - dabei ist die Inflation nicht berücksichtigt. Die privaten Konsumausgaben dürften um 1,4 Prozent zulegen.

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Aber auch die Wirtschaft wird aus Sicht von Schwarz-Rot ihre bisherige Investitionszurückhaltung aufgeben. Die Regierung erwartet, dass Unternehmen Ausgaben für neue Maschinen und Anlagen um 4,0 Prozent ausweiten, um Produktionskapazitäten zu erhöhen.

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Bei den Exporten wird wieder mit einem stärkeren Plus von 4,1 Prozent gerechnet. Dabei dürfte Deutschland aus Expertensicht auch von besseren Konjunkturaussichten für die Euro-Zone profitieren. Andererseits könnten die Probleme in mehreren Schwellenländern den Welthandel und damit deutsche Ausfuhren Ökonomen zufolge dämpfen. Unterm Strich werden der Regierungsprognose zufolge die Importe mit 5,0 Prozent dieses Jahr aber stärker zunehmen als die Exporte. Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss wird dadurch reduziert. Kritiker monieren seit Jahren die schwache Binnenkonjunktur bei gleichzeitig hohen Ausfuhren, was globale Ungleichgewichte zusätzlich verschärfe.

Gabriel betonte: „Die Dynamik der deutschen Binnenwirtschaft ist nicht nur eine gute Nachricht für Deutschland, sondern auch für unsere Partner in Europa.“ Deutschland komme dem Ziel, die Ungleichgewichte im Euroraum abzubauen, ein Stück näher. „Diesen Weg werden wir unter anderem mit dem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro und starken Investitionsimpulsen für eine leistungsfähige Infrastruktur in Deutschland weitergehen.“

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