Janet Yellen: US-Notenbankchefin fasst baldige Zinswende ins Auge

Janet Yellen: US-Notenbankchefin fasst baldige Zinswende ins Auge

Bild vergrößern

Notenbank-Chefin Janet Yellen

Notenbankchefin Janet Yellen zeigte sich vor dem Kongress optimistisch. Die Konjunkturerholung könnte eine Zinserhöhung noch in diesem Jahr ermöglichen. Es wäre die erste seit neun Jahren.

Trotz Störfeuers aus dem Ausland peilt die US-Notenbank eine baldige Zinswende an. Falls sich die heimische Wirtschaft wie erwartet entwickle, sei eine geldpolitische Straffung noch 2015 angemessen, sagte Fed-Chefin Janet Yellen am Mittwoch vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses. Ungeachtet der weiterhin schwierigen Lage in Griechenland und den Problemen in China nach dem Kursrutsch an der Börse stünden die Aussichten gut, dass sich die Lage am US-Arbeitsmarkt und in der amerikanischen Gesamtwirtschaft weiter verbessere. "Womöglich wird das Wachstum im Ausland sogar schneller wieder anziehen als viele Beobachter erwarten und damit der US-Wirtschaft zusätzlichen Schub verleihen", sagte die Notenbankchefin.

Biografische Daten der Fed-Chefin

  • Name

    Janet L. Yellen

  • Alter und Geburtsort

    67 Jahre; Brooklyn, New York

  • Ihre Vision

    „Ich hoffe und vertraue darauf, dass die Tage des 'Niemals-Erklärens, Niemals-Entschuldigens' für immer vorbei sind und dass die Federal Reserve es fortsetzt, die Früchte des deutlichen Erklärens ihrer Handlungen gegenüber der Öffentlichkeit zu ernten.“ (Janet Yellen bei einer Rede vor der Gesellschaft amerikanischer Wirtschaftsredakteure und Autoren am 4. April 2013)

  • Ausbildung

    Bachelor-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften von der Brown University (US-Staat Rhode Island, 1967); Doktor in Wirtschaftswissenschaften von der Yale University (US-Staat Connecticut, 1971)

  • Berufserfahrung

    Seit 2010 stellvertretende Präsident der Fed; von 2004 bis 2010 Präsidentin der Federal Reserve Bank of San Francisco; von 1997 bis 1999 Vorsitzende des Rats der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses (Council of Economic Advisers); von 1994 bis 1997 Mitglied des Federal Reserve Board of Governors; von 1980 bis 1994 Lehrkraft an der University of California, Berkeley; von 1978 bis 1980 Dozentin an der London School of Economics and Political Science; von 1977 bis 1978 Ökonomin bei der Federal Reserve; von 1971 bis 1976 Assistenzprofessorin an der Harvard University.

  • Familie

    Verheiratet mit George A. Akerlof, Wirtschaftsnobelpreisträger und Professor an der kalifornischen Berkeley-Universität; ein Sohn: Robert Akerlof

Es könne auch sein, dass sich die heimische Konjunktur nach der Schwächephase zu Jahresbeginn schneller erhole und der Konsum durch die niedrigen Energiekosten kräftiger in Gang komme, sagte Yellen. "Die Notenbank-Chefin klingt wesentlich zuversichtlicher, was die Substanz der konjunkturellen Erholung und den wirtschaftlichen Ausblick anbelangt", meint Ökonom Harm Bandholz von der Großbank Unicredit. Er erwartet für September den ersten Zinsschritt, dem im Dezember ein zweiter folgen könne.

Anzeige

Weitere Artikel

Yellen gab jedoch ähnlich wie jüngst in einer Rede in Cleveland kein klares Signal, wann das Umschalten auf die geldpolitische Normalisierung zu erwarten ist. Die Führungsspitze der Fed ist in dieser Frage derzeit uneins. Der Leitzins liegt seit dem Höhepunkt der Welt-Finanzkrise Ende 2008 auf dem Rekordtief von null bis 0,25 Prozent. Yellen sagte, nach so langer Zeit sei es ratsam, Zentralbankgeld schrittweise zu verteuern. Falls die Zinswende länger auf sich warten lasse, könne dies aber eine schnellere Abfolge von Erhöhungen zur Folge haben. Der Nachbar Kanada senkte am Mittwoch indes seine Leitzinsen von 0,75 auf 0,5 Prozent weiter ab. Zur Begründung verwies die Notenbank auf einen unerwarteten Rückgang der Wirtschaftsleistung im ersten Halbjahr.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%