Jens Weidmann: Bundesbankchef warnt vor Aufweichung des EZB-Anleihenkaufprogramms

Jens Weidmann: Bundesbankchef warnt vor Aufweichung des EZB-Anleihenkaufprogramms

, aktualisiert 15. September 2016, 20:44 Uhr
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Der Bundesbankchef plädiert dafür, die Grundregeln des EZB-Programms zum Anleihekauf beizubehalten.

Quelle:Handelsblatt Online

Kein gezielter Ankauf von Anleihen aus Krisenstaaten: Bundesbankchef Jens Weidmann fordert, das Anleihekaufprogramm der EZB nicht aufzuweichen. Andernfalls könne das Eurosystem „in die Bredouille“ geraten.

Karlsruhe, BerlinBundesbankchef Jens Weidmann hat vor einem Aufweichen der Grundregeln für das Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) gewarnt. Es sehe aus guten Gründen keinen gezielten Ankauf von Papieren einzelner Krisenstaaten vor, sagte das EZB-Ratsmitglied am Donnerstagabend laut Redetext in Karlsruhe. Alle Notenbanken kauften entsprechend der Größe ihres Landes ausschließlich Papiere ihres Staates. „Bei diesen Eckwerten des bestehenden Programms sollten wir auch bleiben, um das Eurosystem nicht in die Bredouille zu bringen“, sagte Weidmann.

Auch die deutsche EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger hatte jüngst dafür plädiert, an Schlüsselelementen des Programms nicht zu rütteln. Laut EZB-Chef Mario Draghi prüfen interne Ausschüsse, wie das Programm weiter reibungslos umgesetzt werden kann. Es soll bis Ende März 2017 oder bei Bedarf sogar darüber hinaus laufen.

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Die EZB und die nationalen Notenbanken der Euro-Länder dürfen derzeit nur Papiere mit einer Rendite oberhalb des Einlagenzinses von aktuell minus 0,4 Prozent erwerben. Analysten warnen, dass für die EZB in Frage kommende Papiere in einigen Bereichen knapp werden könnten. Daher könnte die EZB nach Ansicht von Experten einige Stellschrauben des Programms nachjustieren.

Die EZB will mit den Käufen erreichen, dass die für die Konjunkturentwicklung als zu niedrig erachtete Inflation angeheizt und die Wirtschaft angekurbelt wird. Weidmann sprach sich auch dagegen aus, am Inflationsziel der Notenbank von knapp zwei Prozent zu rütteln: „Es gibt gute Gründe dafür, Forderungen nach einer Erhöhung der angestrebten Inflationsrate nicht nachzugeben.“ Die wissenschaftliche Literatur zur Frage der optimalen Höhe der Inflationsrate zeige vor allem eines: den hohen Grad an Unsicherheit, der mit solchen Schätzungen verbunden sei.

Quelle:  Handelsblatt Online
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