Köpfe der Wirtschaft: Ohne Schubladen

Köpfe der Wirtschaft: Ohne Schubladen

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Klaus Adam

von Elke Pickartz

Klaus Adam zählt zu den forschungsstärksten Jungökonomen in Deutschland – und sieht auf die VWL einen Paradigmenwechsel zukommen.

Professoren stellt man sich irgendwie anders vor. Älter, gesetzter. Klaus Adam passt mit seinem jugendlichen Aussehen und der offenen Art nicht in dieses Klischee. Bisweilen wird er schon einmal für einen seiner Doktoranden gehalten. Der 39-Jährige steht für eine neue Generation Ökonomen, die den verstaubten Professoren-Habitus abgelegt haben: Unkonventionell, pragmatisch, fächerübergreifend unterwegs und international vernetzt. Beruflich scheint er damit gut zu fahren: Im „Handelsblatt“-Ranking der 100 forschungsstärksten deutschen Ökonomen unter 40 Jahren landete Adam im Jahr 2010 auf dem fünften Platz.

Seit September 2008 lehrt und forscht der gebürtige Herbolzheimer als Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Mannheim, einer der bundesweit besten Adressen des Fachs. Die Liste der Veröffentlichungen in Top-Zeitschriften ist lang. Sein Thema ist die angewandte Makroökonomik; seine Steckenpferde sind die Geldpolitik und Preisblasen an den Finanzmärkten.

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Mit Wirtschaftsfragen kam der 39-Jährige schon früh in Berührung. „Mein Vater ist Steuerberater. Wirtschaftspolitik war bei uns zu Hause immer ein Thema“, sagt er. Sein VWL-Studium begann er in Freiburg, dessen Wirtschaftsfakultät auch zu Beginn der Neunzigerjahre noch den liberalen Geist Friedrich von Hayeks atmete. Der junge Student erlebte die Ökonomen-Legende zwar nicht mehr in Vorlesungen, doch er sah den 90-Jährigen noch kurz vor seinem Tod in der Bibliothek sitzen – tief gebeugt über Fachliteratur.

"Einfach freier"

Nach Stationen in Wisconsin und Bonn promovierte Adam am European University Institute in Florenz, habilitierte sich in Frankfurt und ging 2004 zur Europäischen Zentralbank. Dort forschte er über Geldpolitik – und lobt heute noch die praktische Relevanz seiner Arbeit im Eurotower. Dennoch will er die Uni nicht mehr missen: „Man ist hier einfach freier – persönlich und intellektuell.“

Wenn Adam über seine Arbeit spricht, wird schnell klar, dass er nichts von starren Denkgebäuden hält. Tradierte Modelle und Theorien müsse man überdenken, wenn sie von der Realität überholt würden, sagt er. Das klingt banal, doch oft ist die Volkswirtschaftslehre den umgekehrten Weg gegangen und suchte die Realität in ihre Modelle zu pressen.

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