Konjunktur 2017: Wachstum soll geringer ausfallen als erwartet

Konjunktur 2017: Wachstum soll geringer ausfallen als erwartet

, aktualisiert 01. November 2016, 16:28 Uhr
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Laut Insidern werden die Experten ihre Wachstumsprognosen nach unten korrigieren.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Wirtschaftsweisen senken laut Insidern die Wachstumsprognose für 2017 von 1,6 auf 1,3 Prozent. Für 2016 sollen die Experten ihre Schätzungen erhöht haben. Mittwoch übergibt das Gremium der Kanzlerin den Bericht.

BerlinDie Wirtschaftsweisen senken Insidern zufolge ihre Wachstumsprognose für nächstes Jahr. Die fünf Ökonomen trauen der Konjunktur in Deutschland nur noch ein Plus von 1,3 Prozent zu, wie mit den Daten vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters sagten.

Bisher hatten die Experten noch ein Wachstum von 1,6 Prozent veranschlagt. Für das laufende Jahr erhöhten sie allerdings ihre Schätzung von 1,5 auf 1,9 Prozent. Zuvor hatte bereits die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) unter Berufung auf das Gutachten des Sachverständigenrats darüber berichtet.

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Das Gremium übergibt seinen jährlichen Bericht am Mittwoch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Zuletzt hatten auch die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute im Herbstgutachten ihre Prognose für 2016 auf 1,9 Prozent erhöht und für 2017 auf 1,4 Prozent gesenkt.

In dem 536 Seiten langen Gutachten mit dem Titel „Zeit für Reformen“ kritisieren die Forscher laut FAZ auch die Geldschwemme durch die Europäische Zentralbank (EZB). So sei das Ausmaß der Lockerung angesichts der wirtschaftlichen Erholung „nicht mehr angemessen“, verdecke die Probleme und gefährde zunehmend die Finanzmarktstabilität. Demnach sehen die Ökonomen sogar das europäische Projekt insgesamt gefährdet. „Die Krise im Euro-Raum hat die Skepsis gegenüber Europa verstärkt“, zitierte die Zeitung aus dem Gutachten. „Ohne die Bereitschaft zu grundlegenden Reformen kann die langfristige wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der EU nicht gesichert werden.“

Der freie Verkehr von Waren, Dienstleistungen und Kapital sowie die Freizügigkeit sollten nicht in Frage gestellt werden. Die Wirtschaftsweisen schlugen laut Zeitung allerdings vor: „Eine verzögerte Integration in die Sozialsysteme bei der Migration innerhalb der EU wäre hingegen angemessen.“

Die Ökonomen hatten bereits in der Vergangenheit dafür plädiert, beim Mindestlohn Ausnahmen für Zuwanderer zu machen. Nun hieß es, die deutsche Politik müsse ihre Aufmerksamkeit auf den Kampf gegen die Fluchtursachen und „einen effektiven Schutz der Außengrenzen“ richten. Die zusätzlichen direkten Ausgaben für die Flüchtlinge halte der Rat wie bisher für tragbar. Entscheidend für die langfristigen Kosten sei vor allem die Arbeitsmarktintegration, berichtete die FAZ.

Der Essener Forscher Christoph Schmidt leitet den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Dem Gremium gehören zudem Peter Bofinger, Lars Feld, Volker Wieland und Isabel Schnabel an.

Quelle:  Handelsblatt Online
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