KommentarKonjunktur: Am seidenen Faden

von Malte Fischer

Während die Weltbank für die Euro-Zone eine Rezession prognostiziert und vor dem Ausbruch einer erneuten Krise vom Schlage der Lehman-Pleite warnt, sieht die Bundesregierung für Deutschland nur eine vorübergehende Wachstumsdelle im Winterhalbjahr. Wie groß ist die Gefahr für die Konjunktur wirklich?

Der Unterschied im Tonfall könnte kaum größer sein. Die Weltbank hat ihre Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft heute drastisch nach unten revidiert und warnt vor weiteren Abwärtsrisiken bis hin zu einer erneuten Krise, die das Ausmaß der Lehman-Pleite erreichen könnte. Dagegen frohlockt Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler in seinem Jahreswirtschaftsbericht, Deutschland befände sich nach wie vor in einer „erfreulich robusten Verfassung“, es sei daher allenfalls mit einer „vorübergehende Wachstumsdelle im Winterhalbjahr“ zu rechnen.

Volle Auftragsbücher und gute Bilanzen
Zwar hat auch die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose nach unten revidiert , für dieses Jahr erwartet sie nun ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt um 0,7 Prozent. Doch die allgemeine Tonlage des Jahreswirtschaftsberichts ist von mehr Optimismus geprägt als die des Global-Economic-Prospect-Berichts der Weltbank. Die Washingtoner Institution erwartet für die Euro-Zone einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,3 Prozent und ein weltweites Wachstum von nur noch 2,5 Prozent für dieses Jahr.

Anzeige
Weltbank Quelle: AP

Die Weltbank prognostiziert ein weltweites Wachstum von nur 2,5 Prozent für dieses Jahr.

Bild: AP

Mit seinem Optimismus spiegelt der Jahreswirtschaftsbericht die Stimmungslage in der deutschen Wirtschaft wider. Viele Unternehmen sitzen noch auf gut gefüllten Auftragsbüchern, die Maschinen sind ordentlich ausgelastet und die Bilanzen im Lot.

Privathaushalte ohne Schulden

Die Unternehmen hoffen daher, dass die Konjunktur sich nach einer kurzen Delle im weiteren Verlauf dieses Jahres wieder belebt. Wichtige Frühindikatoren wie die Einkaufsmanagerindizes, der ifo-Geschäftsklimaindex sowie der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen sind zuletzt überraschend gestiegen und scheinen den Optimisten Recht zu geben.
In der Tat sind die Bedingungen für die Konjunktur in Deutschland nicht schlecht. Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank ist nach wie vor extrem expansiv, die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinssenkungen hoch. Anders als in den Krisenländern sind die privaten Haushalte in Deutschland nicht überschuldet und müssen daher auch nicht mehr sparen.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%