Konjunktur: Aufschwung im Schneckentempo

Konjunktur: Aufschwung im Schneckentempo

von Bert Losse

Am 12. Mai 2010 gibt das Statistische Bundesamt das Wirtschaftswachstum für das erste Quartal bekannt. Prognostiker erwarten eine schwarze Null, aber wie geht es dann weiter?

Den 12. Mai 2010 haben sich viele deutsche Ökonomen und Konjunkturanalysten dick im Kalender markiert. An diesem Tag gibt das Statistische Bundesamt das Wirtschaftswachstum für das erste Quartal bekannt. Die Prognosen sind verhalten, die meisten Auguren rechnen angesichts des harten Winters allenfalls mit einer „schwarzen Null“ – auch wenn sich die Industrie zum Jahresbeginn über einen kräftigen Zuwachs der Auftragseingänge freuen konnte.

Im zweiten Quartal dürfte es dann einen Nachholeffekt und kräftigen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von rund 1,0 Prozent geben. Die Bundesregierung will daher offenbar ihre Wachstumsprognose für 2010 (derzeit: 1,4 Prozent) anheben. Doch Vorsicht: Insgesamt ist ein neuer Boom nicht in Sicht. Der Lagerzyklus und die fiskalischen Impulse laufen langsam aus.

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Investitionen zurückgestellt

Zum Bremsklotz könnten sich überdies die Investitionen entwickeln. Die Ausrüstungsinvestitionen brachen im vierten Quartal um nominal 19,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein. Die niedrige Kapazitätsauslastung und wachsende Finanzierungsprobleme dämpfen die Investitionsnachfrage auch weiterhin. Viele Unternehmen wollen angesichts der unsicheren Lage zunächst ihre Liquidität sichern und versenken teure Investitionspläne erst mal in der Schublade.

Das belegt der Investitionsindikator, den das Münchner ifo Institut und der Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen exklusiv für die WirtschaftsWoche ermitteln. Der Indikator beruht auf den Lagebeurteilungen der Leasinggesellschaften und lässt gute Rückschlüsse auf die Investitionstätigkeit der gesamten Wirtschaft zu, da die Betriebe rund 25 Prozent ihrer Ausrüstungsgegenstände wie Autos oder Maschinen leasen. „2010 sei keine nennenswerte Belebung der Investitionstätigkeit zu erkennen“, schreiben die Ökonomen. Weil die degressive Abschreibung Ende 2010 ausläuft, dürfte es zwar zu „vorgezogenen Ausrüstungskäufen“ kommen. Für das Gesamtjahr deute der Indikator aber auf ein nominales Minus von ein bis zwei Prozent hin.

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