KommentarKonjunktur: Aufschwung voraus

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WirtschaftsWoche-Redakteur Malte Fischer

von Malte Fischer

Die deutsche Wirtschaft ist zu Jahresbeginn weiter gewachsen. Das ist ein gutes Zeichen. Der Aufschwung ist intakt und wird sich in den nächsten Monaten fortsetzen. Allerdings dürfte die Dynamik nachlassen. Ein Kommentar von Malte Fischer.

Manchmal, so scheint es, gibt es in diesen Tagen auch noch gute Nachrichten. Die des Statistischen Bundesamtes von heute morgen gehört dazu. Die Wiesbadener Beamten meldeten, dass das reale Bruttoinlandsprodukt in Deutschland im ersten Quartal um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal  zugelegt hat. Die meisten Experten hatten dagegen wegen des harten Winters mit einem Minus gerechnet. Positiv auch: Die Statistiker revidierten die Zahlen für das BIP im vierten Quartal 2009 nach oben. Statt wie bisher angenommen zu stagnieren legte das BIP um 0,2 Prozent zu.

Das bedeutet, dass die deutsche Wirtschaft von einer etwas höheren Rampe ins Jahr 2010 gestartet ist. Das wird sich in einer höheren jahresdurchschnittlichen Zuwachsrate des BIP gegenüber dem Vorjahr niederschlagen. Ein Wachstum von 2 Prozent für dieses Jahr ist nun keine Illusion mehr.  

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Langsamere Gangart

Die wichtigsten Konjunkturtreiber waren im ersten Quartal die Lager- und Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen, die Exporte sowie die Ausgaben des Staates. Dagegen haben die Bauinvestitionen und der private Konsum die Konjunktur gebremst. Allerdings war das vor eine Folge des  langen und harten Winters, der viele Baufirmen zu Produktionsunterbrechungen zwang und die Konsumenten vom Einkaufsbummel abhielt.

Im zweiten Quartal wird es zu kräftigen Gegenbewegungen kommen. Die Baufirmen arbeiten derzeit die aufgestauten Aufträge ab und auch der Konsum dürfte sich leicht beleben. Daher ist für das zweite Quartal ein BIP-Plus von über einem Prozent zu erwarten.

Doch wie geht es weiter? Die meisten Frühindikatoren werden in den nächsten Monaten ihren Höhepunkt überschreiten. Die Konjunktur wird ihnen mit der üblichen Verzögerung von ein bis zwei Quartalen folgen. Daher werden die Wachstumsraten im zweiten Halbjahr 2010 nachlassen. Dahinter steckt, dass die Impulse von den Lagerinvestitionen auslaufen und sich bei den Exporten eine langsamere Gangart abzeichnet.

So haben die Zentralbanken in wichtigen Schwellenländern wie China und Indien damit begonnen, die geldpolitischen Zügel anzuziehen, um einer drohenden Überhitzung der Konjunktur und der Inflation entgegen wirken. Hinzu kommt, dass in wichtigen Industrieländern die Regierungen die Staatshaushalte sanieren müssen. Beides wird die Auslandskonjunktur und damit die Absatzchancen für die deutschen Exporteure etwas eintrüben.

Auch wenn die Konjunktur damit eine langsamere Gangart einschlagen wird: Ein Endes des Aufschwungs oder gar ein Rückfall in die Rezession ist nicht in Sicht.

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