Konjunktur: Banken schüren Rezessionsangst

Konjunktur: Banken schüren Rezessionsangst

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Containerschiff und Regenwolken

Vertreter und Experten der Großbanken schätzen die wirtschaftliche Lage noch wesentlich katastrophaler ein als die Bundesbank in ihrer heutigen Wachstumsprognose. Demnach könnte die deutsche Wirtschaft sogar um bis zu vier Prozent schrumpfen.

Verbreitete der Ausblick der Bundesbank erste Rezessionsängste mit Chancen auf eine baldige Erholung, so haben die jüngsten Einschätzungen deutscher Großbanken ein Bild der konjunkturellen Eiszeit verbreitet. Dazu trug offenbar bei, dass die historisch bislang größte Zinssenkung der Europäischen Zentralbank von gestern nach anfänglicher Freude inzwischen deutlich negativer interpretiert wurde. Analysten werteten die Rekordsenkung der Leitzinsen um 75 Basispunkte heute als Zeichen dafür, dass die EZB auch eine Rekordrezession erwarte.

Die Banken malen ihre Szenarien derzeit in tiefem Schwarz: Commerzbank-Experte Ralph Solveen erwartet die schlimmste Rezession seit Bestehen der Bundesrepublik. Die bisherige Prognose der Commerzbank mit einem Minus von 1,2 Prozent im Jahr 2009 müsste eventuell nach unten korrigiert werden, deutete Solveen an. Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, sprach gegenüber der „Bild“ sogar von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um vier Prozent. Erst 2010 gebe es laut Walters Chancen auf eine Trendwende. Die Bundesbank hatte für 2009 ein BIP-Minus von 0,8 Prozent sowie für 2010 ein Plus von 1,2 Prozent vorhergesagt. Ihre Schätzungen befinden sich damit auf dem Niveau der Vorhersagen des Internationalen Währungsfonds sowie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Bestätigen sich diese Prognosen, bräche die Konjunktur in Deutschland so stark ein wie seit 1993 nicht mehr.

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Auftragseingänge sinken

Anlass für die heraufziehende Endzeitstimmung boten aktuelle Zahlen zur Industrieproduktion und Auftragseingängen sowie Hiobsbotschaften aus den USA und China. Nach Zahlen des Wirtschaftsministeriums knickte der Auftragseingang der deutschen Industrie im Oktober um weitere 6,1 Prozent ein. Nachdem bereits im September die Auftragseingänge um 8,3 Prozent zurückgegangen waren, hatten Analysten jetzt mit einer leichten Erholung gerechnet. Das Wirtschaftministerium warnte daher vor einer anhaltenden Auftragsschwäche in der Industrie für die kommenden Monate. Auch in China sind die Einkaufsmanager-Indizes eingebrochen. Sie sind wichtige Indikatoren für die Entwicklung der Auftragslage. Die USA meldeten zudem den größten Einbruch der Arbeitsmarktdaten seit 1974.

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