Konjunktur: Bei Dax-Experten regiert die Skepsis

Konjunktur: Bei Dax-Experten regiert die Skepsis

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Wirtschaftsweise Wolfgang Franz

von Mark Fehr

Politiker und Ökonomen überbieten sich mit optimistischen Konjunkturprognosen - ganz anders die Börsenprofis: Sie zeichnen ein düsteres Bild der wirtschaftlichen Zukunft.

Deutschland jubelt nicht nur über den dritten Platz bei der Fußball-Weltmeisterschaft, sondern auch wegen boomender Exporte und exzellenter Arbeitsmarktdaten. So rosig ist die konjunkturelle Stimmung, dass einige Experten auch angesichts der niedrigen Leitzinsen sogar schon vor einer deutschen Blase warnen.

Der Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP), die deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute und Unternehmen sowie schließlich der Internationale Währungsfonds – sie alle haben ihre jüngsten Wachstumsschätzungen verbessert. Spitzenreiter sind die Volkswirte der Commerzbank mit einer Prognose von satten 2,5 Prozent Wachstum in 2010.

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Ist so viel Optimismus gerechtfertigt? Nein, sagen jedenfalls die Börsenprofis. Der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) monatlich durchgeführte Finanzmarkttest registriert nun schon seit dem Frühjahr eine kontinuierlich schlechtere Stimmung.

Angst vor den Staatsschulden

Im Juli sank das ZEW-Barometer um 7,5 auf 21,2 Punkte. Der Rückgang war deutlicher als befürchtet – von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten den Index zuvor bei 25 Punkten gesehen, auch die Vorabschätzung der DekaBank lag in diesem Bereich.

Grund für den Pessimismus ist die angespannte Lage an den Börsen sowie die Unsicherheit wegen der hohen Schulden europäischer und internationaler Staaten. „Im Gegensatz zur recht positiven Beurteilung der derzeitigen wirtschaftlichen Lage erwarten die Experten gegen Jahresende auf Grund nach wie vor bestehender Unsicherheiten über die Bewältigung der Finanzmarkt- und Schuldenkrise eine Abschwächung der Konjunkturdynamik“, sagte Wolfgang Franz, ZEW-Präsident und oberster Wirtschaftsweiser.

Glaubt man den 300 von den ZEW-Ökonomen befragten Finanzanalysten, schwächt sich der gesamtwirtschaftliche Aufwärtstrend ab. Die aktuelle konjunkturelle Situation bewerten sie zwar wiederholt besser als im Vormonat – der Lageindex stieg im Juli um 22,5 auf 14,6 Punkte und erreichte damit erstmals wieder den positiven Bereich.

Das ist vor allem der deutschen Industrie zu verdanken, die sich zuletzt über mehr Aufträge und steigende Produktion freuen konnte. Doch der Ausblick auf die kommenden sechs Monate fällt dagegen deutlich negativer aus.

Auch für den europäischen Wirtschaftsraum zeichnen die Finanzmarktexperten ein Konjunkturbild mit aufgehellter aktueller Lage aber düsteren Zukunftsaussichten. Der Deutsche Aktienindex (Dax) lässt sich davon allerdings nicht herunterziehen. Noch nicht.

Zu den Dax-Treibern gehörten laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg die Autofirma BMW, die ihre Umsatzaussichten verbesserte sowie der Stahlkonzern ThyssenKrupp und der Konsumgüterriese Beiersdorf, deren Bewertungen in den Augen wichtiger Banken zulegten.

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