Konjunktur: Bundesbank rechnet mit Aufschwung im Winter

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Konjunktur: Bundesbank rechnet mit Aufschwung im Winter

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Container im Frankfurter Osthafen.

Die Konjunkturaussichten werden immer besser, nicht nur in Deutschland. Auch die europäische Wirtschaft fasst langsam Fuß. Lediglich Frankreich wird immer mehr zum Sorgenkind.

Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft wird auch im Winter an Fahrt gewinnen. Damit rechnet die Deutsche Bundesbank: „Trotz eines sehr verhaltenen Einstiegs in das Schlussquartal ist damit zu rechnen, dass die deutsche Wirtschaft im Winterhalbjahr 2013/ 2014 kräftig expandieren wird“, heißt es im Monatsbericht der Bundesbank vom Montag.

Verwiesen wird auf eine anziehende Automobilproduktion, günstigere Produktions- und Exporterwartungen der Unternehmen sowie eine hohe Nachfrage nach Vorleistungsgütern. Die lebhafte Binnenkonjunktur - getragen vom Wohnungsbau und der guten Verbraucherstimmung - dürfte durch eine stärkere Industriekonjunktur ergänzt werden. Auch auf mittlere Sicht rechnet die Bundesbank mit einer anziehenden Konjunktur. Wie bereits Anfang Dezember mitgeteilt worden war, geht sie für das kommende Jahr von einem Wirtschaftswachstum um 1,7 Prozent aus, für 2015 wird ein Plus von 2,0 Prozent veranschlagt. Das wäre jeweils deutlich mehr als die für dieses Jahr erwartete Zuwachsrate von 0,5 Prozent. „In mittelfristiger Perspektive sollte die deutsche Volkswirtschaft davon profitieren, dass nicht nur die globale Wirtschaft wieder stärker wächst, sondern dass auch die europäische Wirtschaft zunehmend Tritt fasst.“

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Derweil rechnet die deutsche Industrie 2014 mit einem Exportplus von mindestens zwei Prozent. „Die Weltwirtschaft setzt ihren Wachstumskurs fort. Europa lässt die Rezession weiter hinter sich, wenn auch mit moderatem Tempo“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Markus Kerber, in Berlin. Als Motor sieht der BDI das Handelsabkommen von Bali. „Das Abkommen führt zu Kostensenkungen für Unternehmen, da bürokratische Hürden abgebaut und Zollprozesse zukünftig schneller und transparenter gestaltet werden.“ Viele der neuen Vereinbarungen kommen Industriebranchen wie Maschinenbau und Automobil vor allem beim Handel mit Entwicklungsländern zugute.

Herbstprognose Europa erwartet spürbaren Aufschwung – außer im Süden

Die EU-Kommission blickt optimistisch in die Zukunft. Europa werde 2014 wieder wachsen. Das aber gilt nur bedingt für die Krisenländer. Ökonomen und Unternehmer sehen so auch keinen Grund zur Entwarnung.

Deutschlands Wirtschaft zieht weiter an. Die Krisenländer der Euro-Zone hingegen müssen sich in den kommenden Jahren mit geringen Wachstumszahlen begnügen. Auch beim Defizitabbau kommen die südeuropäischen Staaten nicht voran. Quelle: rtr

Nach Einschätzung des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) dürfte der Aufschwung indes keinen nennenswerten Niederschlag am Arbeitsmarkt finden. Die Zahl der Menschen ohne Job werde sich im Jahresdurchschnitt 2014 um 50 000 auf 3,0 Millionen erhöhten, heißt es in einer Prognose des Instituts der Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf.

Beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) rechnet das Institut im kommenden Jahr mit einem Anstieg um 1,2 Prozent nach 0,4 Prozent im laufenden Jahr. „Wir prognostizieren eine Aufhellung der wirtschaftlichen Lage, aber noch keinen selbsttragenden Aufschwung“, so der wissenschaftliche Direktor des IMK, Professor Gustav Horn. Zentrale Stütze der Konjunktur bleibe der private Konsum.

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Allerdings könne man 2014 auch eine erneute Zuspitzung der Situation im Euroraum „nicht gänzlich“ ausschließen, hieß es in der IMK-Prognose. Deutlich wahrscheinlicher sei jedoch eine langsame Besserung der Lage in den Krisenländern. Hinzu kommt, dass Schwergewicht Frankreich zunehmend den Anschluss verliert. "Frankreich schlüpft immer mehr in die Rolle des neuen 'kranken Mannes in Europa'", sagte am Montag Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Das Institut ermittelt monatlich die Stimmung unter den Einkaufsmanagern der Euro-Zone. Denn bei Deutschlands wichtigstem Handelspartner beschleunigte sich die Talfahrt sowohl in der Industrie als auch bei den Dienstleistern. Das Barometer für die Euro-Zone ist im Dezember überraschend deutlich um 0,4 auf 52,1 Punkte gestiegen. Werte über 50 Zählern signalisieren Wachstum.

Frankreich droht derzeit der Rückfall in die Rezession. Die Wirtschaft schrumpfte im Sommer leicht und kommt seither nicht richtig auf die Beine. Kritiker werfen der Regierung unter Präsident Francois Hollande mangelnden Reformeifer vor. Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, fand dazu am Wochenende harsche Worte: "Die Wettbewerbsfähigkeit bleibt ungenügend und die öffentlichen Finanzen können nicht länger über Steuererhöhungen saniert werden."

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