Konjunktur: China schwingt sich auf

Konjunktur: China schwingt sich auf

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Riesige Stapel mit Schiffscontainern im Hafen von Dalian in China. Langsam mehren sich die Zeichen einer Erholung

Staatskonzerne in China sehen eine schnellere Erholung der chinesischen Industrie als gedacht. Im dritten Quartal soll die Wachstumsrate wieder zweistellig sein, die Rohstoffnachfrage zieht bereits an.

Chinas Industrieproduktion erholt sich schneller als erwartet und könnte nach Angaben des Ministeriums für Industrie und Informationstechnik einen klaren Wachstumsschub im vierten Quartal aufweisen. Vor allem das 586 Milliarden Dollar schwere Konjunkturpaket hat die Industrie effektiv stimuliert. Problematisch seien dem Ministerium zufolge aber weiterhin die schwachen Exporte und Überkapazitäten. Diese Lücke könne die Binnennachfrage nicht schließen.

Rückkehr zum zweistelligen Wachstum

Die chinesische Industrie  rechnet mit 11,5 Prozent Wachstum für das dritte Quartal 2009. Gegenüber dem Vorjahr war die Industrieproduktion im August bereits um 12,3 Prozent gewachsen. Es war der höchste Anstieg des Jahres und der vierte Monat in Folge mit anziehendem Wachstum. Im ersten Quartal 2009 hatte das chinesische Wirtschaftswachstum auf einem Tiefstand von 6,1 Prozent gelegen, aber schon im zweiten Quartal wieder 7,9 Prozent erreicht.

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Auch eine der weltweit größten Reedereien, die staatliche China Ocean Shipping Group (COSCO), sieht ebenfalls eine deutliche Erholung. Insbesondere durch die wieder anziehende Stahlproduktion rechnet die Reederei sogar mit einem einem Anstieg des Baltic Dry Index, einem Indikator für die Verschiffungskosten von Rohstoffen. Der Baltic Dry Index gilt vielen Experten als wichtiger Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung, da er einen Anstieg in der Rohstoffnachfrage früh anzeigt. Die China Ocean Group rechnet mit einem Anstieg des Indikators von derzeit knapp 2200 Punkten auf bis zu 4000 Punkte bis zum Ende des Jahres. Das wäre ein Anstieg um 80 Prozent.

China greift nach Nigerias Ölvorkommen

Der staatliche chinesische Ölkonzern CNOOC verhandelt indessen mit Nigeria über große Anteile an einigen der reichsten Ölvorkommen der Welt. Der finanzielle Umfang des Geschäfts werde sich möglicherweise auf eine Summe von rund 30 Milliarden Dollar belaufen, hieß es in der „Financial Times“. Demnach wollen sich die Chinesen sechs Milliarden Barrel des nigerianischen Öls sichern. Damit würde CNOOC mit westlichen Konzernen wie Total, Shell, Chevron oder ExxonMobil konkurrieren.

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