Konjunktur: China und Indien fallen aus

Konjunktur: China und Indien fallen aus

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Luxus in Indien

In China und Indien belebt sich die Konjunktur wieder. Doch die Rolle einer Lokomotive für die Weltwirtschaft können beide Länder noch nicht übernehmen.

Ein Aufatmen geht dieser Tage durch Fernost, denn in der Region mehren sich die Zeichen für eine zaghafte wirtschaftliche Erholung, vor allem bei den beiden Schwergewichten China und Indien. Einer Studie des indischen Industrieverbandes CII zufolge steigt dort seit Kurzem die Zahl der Unternehmen mit Umsatzzuwächsen von mehr als zehn Prozent. Die Zahl der Firmen mit stagnierenden Umsätzen dagegen schrumpft.

Ähnlich ist das Bild in China. Zahlreiche Unternehmen im Osten und Süden des Landes verzeichnen wieder steigende Auftragseingänge. Die Industrieproduktion stieg im ersten Quartal im Jahresvergleich um acht Prozent – nach einem Rückgang um sieben Prozent im vierten Quartal 2008. Die Anlageinvestitionen kletterten zwischen Januar und April im Jahresvergleich um gut 30 Prozent, und der Einkaufsmanagerindex steigt bereits seit Anfang des Jahres wieder. „Chinas Konjunkturprogramm zeigt Wirkung“, sagt Wang Tao, China-Chefökonomin bei UBS in Peking.

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Abhängig vom Export

Auch wenn sich die Erholung in Asien in den kommenden Monaten fortsetzten sollte: Ein Zugpferd der Weltwirtschaft wird die Region auf absehbare Zeit nicht werden. Zu sehr sind die Länder – Indien ist die Ausnahme – mit ihren auf Export getrimmten Volkswirtschaften abhängig von der Nachfrage in den USA und Europa. Der private Konsum trägt immer noch viel zu wenig zur Wirtschaftsleistung der Region bei. Betrugen die Exporte 1998 noch 37 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) Asiens ohne Japan, so lag der Anteil 2008 schon bei 47 Prozent – Asien braucht die Absatzmärkte im Westen.

Ökonomen mahnen daher schon seit Längerem, Asien müsse sein Wachstumsmodell auf eine Stärkung der Binnennachfrage ausrichten. China, heißt es etwa bei der Weltbank, habe dabei bisher aber kaum Fortschritte erzielt. Die Exporte des Landes machen knapp 40 Prozent der Wirtschaftsleistung aus. 1980 waren es erst fünf Prozent. Der private Verbrauch dagegen hat einen Anteil von nur 35 Prozent an Chinas BIP, 1980 waren es noch über 50 Prozent. Dass Chinas Konsumenten für einen Wachstumsschub im Westen sorgen könnten, ist also unwahrscheinlich. Auch nach drei Jahrzehnten Reformen im Reich der Mitte, das kaufkraftbereinigt immerhin fast elf Prozent zum Welt-Bruttosozialprodukt beisteuert, werden nur 64 Millionen Haushalte der sogenannten neuen Mittelschicht zugerechnet. Gerade mal 1,6 Millionen Haushalte verfügen über ein Jahreseinkommen von mehr als 25.000 Euro.

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