Konjunktur: Der Fluch der Sonne

Konjunktur: Der Fluch der Sonne

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Grafik: Brasilien - Einkommensverteilung und Durchschnittstemperatur

Der Klimawandel verändert nicht nur die Umwelt, steigende Temperaturen hemmen auch das Wachstum. So ist die Temperatur für fast ein Viertel der Einkommensunterschiede verantwortlich, wie eine Studie des MIT zeigt.

Schon seit dem 18. Jahrhundert beschäftigen sich Wissenschaftler mit der Beziehung zwischen dem Klima und der Wirtschaft. Der Franzose Charles de Montesquieu vermutete bereits 1750, dass Hitze und Armut zusammenhängen.

Eine aktuelle Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT), das die Durchschnittstemperatur und das Einkommen der Menschen in 134 Ländern der Welt untersucht hat, kommt nun zu Ergebnissen, die diese These stützen. Demnach führt ein Anstieg der Durchschnittstemperatur von einem Grad Celsius zu einem Rückgang des Pro-Kopf-Einkommens um 8,3 Prozent. Für die Studie wurden Daten aus zwölf süd- und nordamerikanischen Ländern analysiert.

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Fast ein Viertel der Einkommensunterschiede sind durch die Temperatur bedingt

Die Autoren kommen in ihrer statistischen Regressionsanalyse zu dem Ergebnis, dass der Zusammenhang in abgeschwächter Form sogar innerhalb der Länder, also in einzelnen Landesteilen, zu erkennen ist. Ein Beispiel: Der Bundesstaat Rio Grande do Sul im Süden Brasiliens mit einer Durchschnittstemperatur von 14 Grad gehört zu den wirtschaftlich stärksten Regionen des Landes. Das Einkommen liegt hier zwischen 6500 und 8000 Dollar.

Hingegen haben die Bewohner des westlichen Amazonasbeckens im Norden Brasiliens im Schnitt weniger als 4500 Dollar zur Verfügung. Hier liegen die Temperaturen zwischen 24 und 28 Grad. Rund 23 Prozent der Einkommensunterschiede, so die Autoren, seien auf die Temperatur zurückzuführen. Allerdings, das ist eine Schwäche der Studie, analysieren die Ökonomen nicht die konkreten Ursachen dafür.

Trotzdem provoziert die Studie Fragen: Wird der Klimawandel die weltweiten Wachstumsdifferenzen weiter verstärken? In den vergangenen 100 Jahren ist die globale Temperatur im Schnitt um 0,74 Prozentpunkte gestiegen. Experten rechnen mit einem weiteren Anstieg von zwei bis vier Prozent bis zum Ende des Jahrhunderts.

Wie sollen Politik und Wirtschaft reagieren, wenn das Klima immer stärker das Wachstum bremst? Immerhin: Hier hat die Studie eine positive Botschaft parat. Über die Hälfte des negativen Wetter-Effekts auf das Einkommen könne durch technischen Fortschritt und Anpassungsreaktionen kompensiert werden.

Dell, Jones, Olken: Temperature and Income. Reconciling New Cross-Sectional and Panel Estimates for the American Economic, Revenue Papers and Proceeding, Januar 2009

Studie Klimawandel fördert Hungersnöte

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