Konjunktur: Deutsche Wirtschaft brummt

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Konjunktur: Deutsche Wirtschaft brummt

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft sind rosig. Das Ifo-Institut hat seine Prognose für das Wirtschaftswachstum angehoben. Einzig die geplante Einführung des Mindestlohns trübt das Bild.

Der deutsche Konjunkturmotor läuft weiter rund. Die Wirtschaft wird nach Einschätzung des Ifo-Instituts in diesem Jahr stärker wachsen als bisher angenommen. Die Münchner Wirtschaftsforscher erhöhten ihre Konjunkturprognose von 1,9 auf 2 Prozent Wachstum. „Der Aufschwung ist robust und verstärkt sich“, sagte Kojunkturexperte Timo Wollmershäuser. Das werde die Arbeitslosigkeit weiter drücken, die Einkommen erhöhen und auch dem Staat zusätzliche Einnahmen verschaffen.

Zuvor hatten bereits andere Institute ihre Vorhersage nach oben korrigiert. Damit sind sie zuversichtlicher als im April. Damals hatten die vier für die Gemeinschaftsdiagnose zuständigen Einrichtungen ein Wachstum von 1,9 Prozent für dieses Jahr vorhergesagt. Noch optimistischer ist das Ifo-Institut für das kommende Jahr. 2015 dürfte die Wirtschaft um 2,2 Prozent zulegen.

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Konjunkturindikatoren

  • ZEW-Konjunkturerwartungen

    Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

  • ifo-Index

    Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

  • Einkaufsmanagerindex

    Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

  • Geldmenge (M1)

    Umfasst den Bargeldumlauf und die Sichteineinlagen, wie zum Beispiel Sparbücher. Da die in M1 enthaltenen Bestandteile direkt für Transaktionen zur Verfügung stehen, deutet ein Anstieg darauf hin, dass die Kaufbereitschaft der Konsumenten und Unternehmen steigt. Der Indikator hat einen Vorlauf von zwei bis drei Quartalen.

     

  • Baltic Dry Index (BDI)

    Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

  • GfK-Konsumklimaindex

    Der Index des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK prognostiziert die Veränderung der monatlichen privaten Konsumausgaben. Hierfür werden 2000 repräsentativ ausgewählte Personen nach ihren Einkommens- und Konjunkturerwartungen befragt.  

     

„Voraussetzung ist, dass sich der Konflikt um die Ukraine nicht verschärft und dass es wegen der Kämpfe im Irak keine Preisexplosion beim Öl gibt“, sagte Wollmershäuser. Dazu müsse sich die Lage im Euroraum weiter stabilisieren. Dennoch überwiege Zuversicht. „Die Rahmenbedingungen in Deutschland sind weiter äußerst günstig.“

Dazu gehörten die niedrigen Zinsen, steigende Einkommen, ein schwacher Preisanstieg und die hohe Auslastung der Industrie, deren Produkte weltweit gefragt seien. „Am Arbeitsmarkt wird sich der Aufschwung auch bemerkbar machen.“ Die Einführung des Mindestlohns würde diese Entwicklung aber überschatten, da er die Arbeitskosten deutlich erhöhe. Ohne den Mindestlohn würde die Arbeitslosigkeit noch stärker zurückgehen.

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Zugleich werde der Mindestlohn den Preisanstieg in Deutschland beschleunigen. Zwar werde die Inflationsrate in diesem Jahr bei 1,1 Prozent liegen, im kommenden Jahr werde sie aber 1,7 Prozent betragen. Die höheren Arbeitskosten würden sich rasch in einer Verteuerung etwa von Dienstleistungen niederschlagen. Das habe der bereits eingeführte Mindestlohn im Friseurhandwerk gezeigt. In der Branche liege der Preisanstieg seither doppelt so hoch wie die Inflationsrate für die gesamte Dienstleistungsbranche.

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