Konjunktur: Deutsche Wirtschaft wächst kräftig

Konjunktur: Deutsche Wirtschaft wächst kräftig

, aktualisiert 15. November 2011, 08:32 Uhr
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Silhouette eines Arbeiters auf einer Baustelle in Frankfurt am Main.

Quelle:Handelsblatt Online

Trotz der Schuldenkrise in Europa legt die Wirtschaft wieder kräftig zu. Nach Angaben des Statistisches Bundesamt wuchs das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal um 0,5 Prozent. Und auch das zweite Quartal wurde nach oben revidiert.

Im dritten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) preis-, saison- und kalenderbereinigt zum Vorquartal um 0,5 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden in einer ersten Schätzung mitteilte. Auch das zweite Vierteljahr fiel besser aus als zunächst berechnet: Für den Zeitraum April bis Ende Juni wiesen die Statistiker statt mageren 0,1 Prozent Wachstum nun ein Plus von 0,3 Prozent aus. Damit knüpft die heimische Konjunktur allmählich an den fulminanten Jahresstart an. Ökonomen rechnen wegen der Schuldenkrise im Euro-Raum zum Jahresende jedoch mit einem Dämpfer.

Von Reuters befragte Analysten hatten dieses Ergebnis vorausgesagt. „Dazu trugen insbesondere die gestiegenen privaten Konsumausgaben bei“, sagte ein Statistiker. Im Frühjahr fiel das Wachstum zudem stärker aus als bislang angenommen: Das Bundesamt korrigierte es von 0,1 auf 0,3 Prozent nach oben.

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Für Schwung sorgten im Sommer auch die Unternehmen, die wieder mehr in Maschinen, Fahrzeuge und andere Ausrüstungen investierten. Die Bauausgaben gingen dagegen nach dem starken Jahresbeginn etwas zurück. Da Exporte und Importe etwa gleich stark zulegten, hatte der Außenhandel „kaum messbare Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal“.

In den kommenden Monaten droht eine Flaute

Allerdings droht Deutschland in den kommenden Monaten eine Flaute. Viele Experten befürchten am Jahresende und Anfang 2012 eine Stagnation, einige sogar eine milde Rezession. Die exportabhängige Industrie spürt die Schuldenkrise und die weltweite Konjunkturabkühlung bereits: Sie erhielt zuletzt deutlich weniger Aufträge aus der Währungsunion, in die etwa 40 Prozent ihrer Ausfuhren gehen. Auch in Übersee lässt das Wachstumnach.

Im Vergleich zu vielen anderen Euro-Ländern steht Deutschland sehr gut da. Spaniens Wirtschaft stagnierte im Sommer, während die portugiesische sogar um 0,4 Prozent schrumpfte. Frankreich schaffte ein Plus von 0,4 Prozent. Eurostat veröffentlich noch am Vormittag seine Prognose für die gesamte Euro-Zone. Die 41 von Reuters befragten Analysten rechnen wie schon im Vorquartal mit einem eher mäßigen Wachstum von 0,2 Prozent.

Im Vergleich mit dem Vorjahresquartal legte das Bruttoinlandsprodukt um kräftige 2,5 Prozent zu. Im Frühjahr waren es noch 3,0 Prozent. Bundesregierung, Forschungsinstitute und Wirtschaftsweise sagen für dieses Jahr ein Wachstum von rund drei Prozent voraus, erwarten 2012 aber nur noch rund ein Prozent.

Quelle:  Handelsblatt Online
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