Konjunktur: Deutschland als Vorreiter in Europa

Konjunktur: Deutschland als Vorreiter in Europa

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Container-Schiff am Hamburger Hafen. Viele Jobs hängen am Export

Beim Blick in die konjunkturelle Zukunft halten die gemischten Gefühle an: Der Höhepunkt der Krise liegt hinter uns, doch aufwärts geht es nur langsam, und der Wachstumspfad bleibt von Risiken gesäumt.

„Die Weltwirtschaft hat die schwerste Rezession seit dem zweiten Weltkrieg überwunden“, schreibt das Ifo-Institut in seiner Konjunkturprognose für das Jahr 2010. Besonders in Asien habe sich das Wirtschaftsklima deutlich aufgehellt. Auch in Westeuropa und den USA haben sich im vierten Quartal die Erwartungen stark verbessert.

Die aktuelle Lage wird allerdings in allen großen Wirtschaftsregionen noch sehr ungünstig bewertet – die Klimaaufhellung verdanken wir daher den optimistischeren Zukunftsausblicken. Allerdings werde die Wirtschaft nur mit geringer Geschwindigkeit wachsen.

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Deutschland holt dabei jedoch schneller auf als viele andere europäische Länder. Das Ifo-Institut prognostiziert für das gesamte kommende Jahr einen Anstieg des realen deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIPs) um saison- und kalenderbereinigt 1,7 Prozent. Der Euroraum werde dagegen durchschnittlich um nur ein Prozent zulegen. Im übernächsten Jahr hält der Erholungstrend voraussichtlich zwar an, verliert aber an Dynamik: Laut Ifo-Schätzung steigt das reale deutsche BIP dann um 1,2 Prozent, während die Wirtschaftsleistung im Euroraum 0,9 Prozent wachsen wird.

Konjunkturampeln auf Gelb

Für das momentan ablaufende Jahresendquartal erwarten die Ifo-Forscher 0,5 Prozent Wachstum. Die Erholungskurve flacht damit etwas ab – im dritten Quartal war das deutsche BIP um 0,7 Prozent gestiegen. „Im Prognosezeitraum bleiben die Konjunkturampeln in Deutschland auf gelb, mit einer Grünphase ist nicht zu rechnen“, so die Experten.

Staatliche Konjunkturhilfen und expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank haben zwar für deutliche Impulse gesorgt, doch laufen diese Maßnahmen langsam aus. Auch die deutsche Paradedisziplin Export könne nur mit moderater Dynamik rechnen, denn in den Hauptabnehmerländern bessere sich die Konjunktur nicht durchgreifend.

Angesichts der durchwachsenen wirtschaftlichen Gesamtlage sind die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzmarktexperten nahezu stabil geblieben. Der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) monatlich durchgeführte Finanzmarkttest ergab einen nur geringen Rückgang des Stimmungsindexes um 0,7 Punkte.

Finanzexperten zweifeln am Steuerpaket

„Wir sind nach wie vor in einem Rezessionstal. Im nächsten Jahr werden wir eine Erholung, aber keinen Aufschwung bekommen“, sagte Wolfgang Franz, ZEW-Präsident und Vorsitzender des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Entscheidend für Wachstum seien Exporte und Investitionen. Wie sehr letztere zur Erholung beitragen, richte sich auch danach, wie viele Kredite die Banken geben könnten. Diese müssten ihre Bilanzen sanieren, was den Finanzierungsspielraum einschränkt.

Nach Ansicht der Mehrzahl der 262 von den ZEW-Forschern befragten Finanzexperten aus Banken, Versicherungen und Industriebetrieben müsse sich die Bundesregierung jetzt in erster Linie um Steuern und Finanzen kümmern. Zwar glaubt fast die Hälfte der Befragten daran, dass die neue Regierung ihre versprochenen Steuersenkungen wahr machen wird.

Allerdings bezweifelt ein fast ebenso großer Teil der Finanzmanager, dass Steuersenkungen angesichts der momentanen konjunkturellen Lage sinnvoll sind. Das umstrittene Wachstumsbeschleunigungsgesetz der Bundesregierung soll Familien, Unternehmen, Erben und Hotelbesitzer entlasten. Die Zustimmung der Länder im Bundesrat am 18. Dezember steht noch aus.

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