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Konjunktur: Deutschland droht der stärkste Einbruch seit dem Zweiten Weltkrieg

von dpa

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung ist mit seiner Prognose noch pessimistischer als andere Institute und fürchtet einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um drei Prozent. Die Arbeitslosigkeit könnte stark ansteigen.

Konjunktureinbruch: Im Quelle: AP
Konjunktureinbruch: Im Hamburger Hafen stehen immer weniger Container. Quelle: AP

Deutschland droht 2009 nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) der schwerste Konjunktureinbruch seit dem Zweiten Weltkrieg. Nach den jüngsten Daten sei ein Rückgang der Jahreswirtschaftsleistung um mehr als drei Prozent wahrscheinlich. „Ein derart kräftiger Rückgang der ökonomischen Aktivität wäre in der west- beziehungsweise gesamtdeutschen Nachkriegsgeschichte bislang einmalig“, sagte DIW- Konjunkturexperte Stefan Kooths am Montag.

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Nach Einschätzung von Arbeitsmarktforschern ist die Bundesregierung beim erwarteten Anstieg der Arbeitslosenzahlen womöglich noch zu optimistisch. Es sei nicht auszuschließen, dass die Zahl der Arbeitslosen in diesem Jahr um durchschnittlich 400.000 steige, sagte ein Sprecher des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Bisher geht die Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) von einer durchschnittlichen Zunahme der Arbeitslosenzahlen um rund 250.000 auf 3,518 Millionen aus. Verlässliche Prognosen gebe es derzeit allerdings nicht, betonte der Sprecher des Forschungszentrums der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Fast jedes dritte Unternehmen will Stellen streichen

Einer Studie zufolge will knapp ein Drittel der deutschen Unternehmen mit Stellenabbau auf die Wirtschaftskrise reagieren. Wie die Managementberatung Kienbaum nach einer Befragung unter 500 Unternehmen aller Größen und Branchen zur Personalkostenreduzierung in Gummersbach mitteilte, wollen 29 Prozent der Unternehmen 11 bis 50 Stellen streichen.

Rund 17 Prozent planen die Streichung von 101 bis 500 Stellen. Weitere 16 Prozent wollen auf 501 bis 1.000 Mitarbeiter verzichten. Zehn Prozent der befragten Unternehmen beabsichtigen sogar den Abbau von mehr als 1.000 Stellen, berichtete Kienbaum. Dagegen wollen 14 Prozent bei ihren Beschäftigten-Zahlen aufstocken.

Für das erste Quartal rechnet das DIW mit einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Mitte Januar war das Berliner Institut noch von einem Rückgang um 0,8 Prozent ausgegangen. Getrieben werde die Abwärtsentwicklung von der „ungewöhnlich starken Abkühlung“ im produzierenden Gewerbe, die auch auf die unternehmensnahen Dienstleister abstrahle.

Die übrigen Dienstleistungen seien aber bislang weniger stark betroffen, da sie von der stabileren Entwicklung des privaten Verbrauchs profitierten. Auch für den Bausektor erwartet das DIW einen weniger starken Rückgang als im verarbeitenden Gewerbe.

Andere Institute sind optimistischer

Die staatlichen Konjunkturprogramme könnten ein Überspringen des Abschwungs auf die konsumnahen Bereiche nur dämpfen. „Ein Ersatz für die derzeit abrupt wegbrechende Nachfrage nach Investitionsgütern ist damit aber nicht zu schaffen“, betonte Kooths.

Das DIW ist mit seiner düsteren Prognose pessimistischer als andere Institute. So hatte das Münchner ifo Institut zuvor einen Rückgang der Wirtschaftsleistung für 2009 um 2,2 Prozent vorausgesagt. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) ging Ende Dezember von einem Schrumpfen der Wirtschaft im laufenden Jahr um 2,7 Prozent aus.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts war die deutsche Wirtschaft zum Jahreswechsel hin tief in die Rezession gerutscht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im vierten Quartal 2008 um 2,1 Prozent. Das war der dritte Rückgang der Wirtschaftsleistung gegenüber einem Vorquartal in Folge und der größte seit der Wiedervereinigung.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 17.02.2009, 21:49 UhrAnonymer Benutzer: Keine Ahnung von Wirtschaft...

    Da hat doch mal wieder einer kommentiert, der sowas besser nicht kommentieren sollte.

    Weniger Wirtschaftskraft bedeutet weniger investitionen und damit Verluste für Zulieferer. Höhere Arbeitslosigkeit bedeutet weniger Kaufkraft und anschließend eine Preis-Lohn-Spirale. Da aber Gewerkschaften auch in schlechten Zeiten höhere Lohnforderungen durchsetzen, steigen die Preise. Die Folge ist mal wieder die Armutsdiskussion und eine höhere belastung des Staates, der sich alles bei denen wiederholt, die Steuern zahlen. Da aber auch Arbeitslose und Harzt-iV-Empfänger z.b. Mwst. zahlen, zahlen sie proportional mehr als Gutverdienende an diesen Steuern und damit sinkt die Kaufkraft weiterhin. Weniger Absatz bedeutet höhere Stückkosten = steigende Preise.

    Wenn ich in diesem Land lebe, in dem das passiert, dann ist mein Geld weniger wert, als wenn ich billigere Sachen im Ausland kaufe.
    Das denkt sich die eine oder andere Firma und der eine oder andere private Haushalt und unterstützt damit den import und dass das Geld ins Ausland geht. Ergebnis: Weniger Geldmenge in Deutschland. Um es den Leuten dann einfacher zu machen, an Verbraucherkredite zu kommen, senkt die EZb den Leitzins, damit die Zinsen für die Kredite sinken. Und alles verschuldet sich aufs Neue.

    Doof, ne?

    Mannmannmann....vorher denken, dann sabbeln.

  • 17.02.2009, 21:38 UhrAnonymer Benutzer: BW-Insider

    banker und Top-Manager haben die globale Wirtschaft an die Wand gefahren, doch die betrogene Masse muckt nicht auf. Dabei ist es längst an der Zeit, die Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen.

  • 17.02.2009, 19:22 UhrAnonymer Benutzer: Augustus

    Eine derart martialische Rhetorik ist denkbar unangebracht und peinlich.

    ich denke, es gibt größere Probleme auf dieser Welt als eine schrumpfende Wirtschaft.

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