Konjunktur: Die Achillesferse der Industriemacht China

Konjunktur: Die Achillesferse der Industriemacht China

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Die Globalisierung hat Brasilien, Russland, Indien und China ein rasantes Wachstum ermöglicht. Doch die Staaten haben bei ihrem Sprung in neue Sphären des Wohlstands auch Schwierigkeiten und Probleme erdulden müssen. Die sind in den Schwellenländer jedoch recht unterschiedlich gelagert.

In Bild: Die Skyline der Millionen-Metropole Shanghai, China.

von Mark Fehr

China ist die Lokomotive der globalen Konjunktur. Bald könnten andere von ihr abgehängt werden: Die Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Unternehmen nimmt zu - aber auch die Risiken im Reich der Mitte.

Herr Wang steht kurz vor der Rente, doch das erste Auto seines Lebens hat er sich vor nur wenigen Monaten gekauft. Ein nagelneuer Audi A4. Wie der Hochschullehrer aus Shanghai müssen sich die meisten Chinesen daran gewöhnen, ein eigenes Fahrzeug zu besitzen. Es ist noch nicht so lange her, dass nur Parteifunktionäre oder Chefs staatlicher Unternehmens in einem der seltenen Dienstwagen durch die Gegend kutschiert wurden. Das Volk fuhr Fahrrad, stieg in den Bus oder ging zu Fuß.


Chinas Automobilrevolution ist das wohl plakativste Beispiel dafür, wie der Hunger asiatischer Konsumenten auf Qualitätsprodukte traditionellen westlichen Industrien zu einer zweiten Blüte verhilft. Seine geballte Nachfragemacht lässt sogar die ursprünglich prominente Rolle des Landes als billige Werkbank der Welt in den Hintergrund treten. In kürzester Zeit hat die aufstrebende chinesische Mittelschicht ihren immensen Nachholbedarf an hochwertigen Konsumgütern wie privaten Kraftfahrzeugen gedeckt – und damit ganz nebenbei vor allem deutsche Produzenten aus der historischen Finanz- und Wirtschaftskrise gerettet.

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Doch die Welt kann sich nicht ewig auf die konjunkturelle Zugkraft aus dem Reich der Mitte verlassen, denn selbst die chinesischen Absatzmärkte sättigen sich nach und nach. Mittlerweile sind die Straßen von Großstädten wie Peking, Shanghai, Chongqing oder Guangzhou so mit Autos verstopft, dass Radfahrer und Fußgänger ihren Kragen riskieren.

Eine Chance für den deutschen Autobauer: In den letzten Jahren hat Audi seinen Absatz in China gesteigert. Quelle: obs

Eine Chance für den deutschen Autobauer: In den letzten Jahren hat Audi seinen Absatz in China gesteigert.

Bild: obs

Im Jahr 2001 wurden nur 1,5 Millionen Autos in ganz China verkauft, im vergangenen Jahr waren es 14 Millionen. Das zeigen Zahlen aus einer umfangreichen Studie zum chinesischen Automarkt, die das internationale Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen PwC jüngst veröffentlicht hat. Der unvergleichliche Autoboom hat die Lebensverhältnisse im Reich der Mitte auf den Kopf gestellt. In der alten Volksrepublik waren 70 Prozent der insgesamt wenigen Fahrzeugnutzer älter als 45. Mittlerweile jedoch haben junge Konsumenten den Markt an sich gerissen: Seit Beginn des neuen Jahrtausends sind mehr als vierzig Prozent der privaten Autokäufer unter 26.

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