Konjunktur: DIW nennt Zeitpunkt für Erholung

Konjunktur: DIW nennt Zeitpunkt für Erholung

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Klaus Zimmermann, Prsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet zum Jahreswechsel ein Ende der scharfen Rezession. Für Anfang 2010 komme eine leichte Belebung als realistisches Szenario in Sicht, erklärte DIW-Chef Klaus Zimmermann.

Am ehesten sei von einer „sehr schwachen und langsamen Erholung“ auszugehen. Zum sich abzeichnenden Ende der Talfahrt tragen aus Sicht der DIW-Forscher die weltweiten Konjunkturprogramme bei. „Vor allem sprechen aber die niedrigen Rohstoffpreise und die dadurch sinkende Inflation für eine graduelle Erholung der Weltwirtschaft“, sagte Zimmermann.

Vorerst stehen aber noch bittere Zeiten bevor: Angesichts des scharfen Konjunktureinbruchs ab dem letzten Quartal 2008 wird die Wirtschaftsleistung laut der DIW-Prognose dieses Jahr voraussichtlich um 4,9 Prozent geringer ausfallen als im Jahr zuvor. Die Zahl der Arbeitslosen könnte im Jahresverlauf um mehr als 700.000 auf 3,7 Millionen ansteigen, wie das Institut vorhersagte.

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Kein weiteres Konjunkturpaket

Eine eklatante Unterbeschäftigung werde derzeit durch einen Rückgang der Arbeitsproduktivität und die massive Ausweitung von Kurzarbeit kaschiert. „Es besteht das Risiko, dass aus Kurzarbeit echte Arbeitslosigkeit wird, wenn die Unternehmen im Sommer keine Besserung der Lage erwarten“, warnte Zimmermann.

Vor dem Hintergrund der weiterhin großen konjunkturellen Unsicherheiten verzichtete das DIW Berlin darauf, für 2010 eine konkrete Wachstumsrate zu nennen. Entschieden wandte sich Zimmermann gegen ein Konjunkturpaket III zum jetzigen Zeitpunkt und bekräftigte seinen Vorbehalt gegen neue Konjunkturspritzen der öffentlichen Hand.

„Allein schon die Debatte darüber ist schädlich, denn sie schafft neue Unsicherheiten“, sagte Zimmermann. „Angesichts der ohnehin drastisch steigenden Staatsschulden wären weitere Konjunkturmaßnahmen - seien es weitere Ausgaben, oder seien es Steuersenkungen - nicht zu verantworten.“

Der Chefsvolkswirt der Deutschen Bank, Jürgen Walter, rechnet schon zum Jahresende mit einer Erholung der deutschen Wirtschaft. "Ab Jahresmitte könnte sich die Produktion stabilisieren, im vierten Quartal könnte sie leicht steigen", sagt Walter.  Für eine Stabilisierung sprechen drei Argumente: niedrige Rohstoffpreise, niedrige Zinsen und zahlreiche Konjunkturprogramme von Regierungen, so Walter.

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