Konjunktur: Erstmals fallen die Bruttolöhne

Konjunktur: Erstmals fallen die Bruttolöhne

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Bruttolöhne

von Bert Losse und Mark Fehr

Trotz des kleinen Rückgangs des Earlybirds bleiben die Konjunkturaussichten für Deutschland positiv. 2009 sind die Bruttolöhne der Arbeitnehmer allerdings gesunken - erstmals seit Gründung der Bundesrepublik.

Das mediale Wehklagen war groß: Erstmals seit Gründung der Bundesrepublik sind 2009 die Bruttolöhne der Arbeitnehmer gesunken, meldete das Statistische Bundesamt in der vergangenen Woche. Danach lag der Durchschnittsverdienst mit 27.648 Euro um 0,4 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Allerdings lohnt es sich, diese Zahl genauer zu analysieren. Erstens steht das Minus vor dem Hintergrund einer um dramatische fünf Prozent geschrumpften Volkswirtschaft. Zweitens gibt es einen rein statistischen Effekt: Seit 2009 werden Beiträge zu privaten Krankenversicherungen anders verbucht – ohne diesen Effekt liegt das Minus nur bei 0,2 Prozent. Und drittens: Nicht die tariflichen Bruttolöhne sind gesunken, sondern die effektiv gezahlten Entgelte. Das liegt an der massiven Kurzarbeit und sinkenden Überstunden in vielen Unternehmen – ist also konjunkturell bedingt und begründet keinen nachhaltigen Sog nach unten. Die Bruttoverdienste je Arbeitsstunde stiegen 2009 um 3,0 Prozent – und die Lohnstückkosten der Betriebe sogar um 5,2 Prozent.

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Und was bringt 2010? Keinen großen Schluck aus der Pulle, wie die Tarifabschlüsse in der Metallindustrie und im öffentlichen Dienst zeigen. Das ist schlecht für den Konsum – aber gut für viele Arbeitgeber.

Earlybird-Frühindikator sinkt

Das von der Commerzbank monatlich exklusiv für die WirtschaftsWoche berechnete Barometer für die deutsche Konjunktur fiel im Februar um 0,2 auf 1,88 Punkte, liegt aber immer noch nahe bei seinem Rekordstand vom Januar. Der schwächere Euro verbesserte zwar die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Exporteure, dies konnte den Rückgang beim US-Einkaufsmanagerindex ISM aber nicht kompensieren. Die Stimmung der Chefeinkäufer in US-Firmen dient dem Earlybird als Signal für die Dynamik der Weltwirtschaft. Dämpfend wirkte zudem der gestiegene kurzfristige Realzins. „Dennoch signalisiert der Earlybird für die deutsche Wirtschaft weiter ein äußerst positives konjunkturelles Umfeld “, sagt Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen.

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