Konjunktur: Euro-Inflation steigt wieder

Konjunktur: Euro-Inflation steigt wieder

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Durch gestiegene Energiepreise ist die Inflation in den Euroraum zurückgekehrt

Die Teuerung in der Eurozone zieht wieder kräftig an. Die jährliche Inflationsrate betrug im November 0,6 Prozent nach minus 0,1 Prozent im Vormonat, teilte die Europäische Statistikbehörde Eurostat heute in Luxemburg mit.

Dabei handelt es sich allerdings um eine Schätzung, die noch korrigiert werden kann. Gründe für den Anstieg werden am 16. Dezember mitgeteilt.

Im Oktober waren sie noch um 0,1 Prozent und damit den fünften Monat in Folge gefallen. Eine solche Serie hatte es in der zehnjährigen Geschichte der Währungsunion noch nie gegeben. Experten sagen wegen gestiegener Ölpreise noch höhere Teuerungsraten voraus. „Die Zeiten fallender Preise gehören der Vergangenheit an“, sagte der Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Christian Dreger. „Wir werden aber keine hohe Inflation sehen.“ In Deutschland steigen die Preise ebenfalls wieder: Im November betrug die nach europäischen Standards berechnete Teuerungsrate 0,4 Prozent, wie das Statische Bundesamt bereits vergangene Woche bekanntgab.

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Im stabilen Bereich

Größter Kostentreiber ist der Ölpreis. Ein Fass wird derzeit für mehr als 76 Dollar gehandelt - im November 2008 waren es im Schnitt rund 60 Dollar. Grund für den Anstieg ist die steigende Nachfrage im Zuge der weltweiten Konjunkturbelebung. Dadurch steigen auch die Preise für andere Rohstoffe und viele Lebensmittel wieder. Gedämpft wird die Teuerung von der höheren Arbeitslosigkeit. „Die Lohnforderungen dürften deshalb eher bescheiden ausfallen, so dass von der Lohnseite kaum Preisdruck entsteht“, sagte DIW-Experte Dreger. In den vergangenen zwölf Monaten verloren mehr als drei Millionen Männer und Frauen im Euroraum ihren Job. Das drückt auch die Nachfrage, wodurch Produzenten, Händler und Dienstleister kaum höhere Preise durchsetzen können. Die meisten Experten rechnen in den kommenden Monaten mit Inflationsraten von etwa 1,0 Prozent.

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht stabile Preise mittelfristig bei Werten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet. „Für die EZB besteht deshalb keine Eile für eine Zinswende“, sagte Commerzbank-Analyst Rainer Guntermann. Die Währungshüter halten den Leitzins seit Monaten auf dem Rekordtief von 1,0 Prozent, um mit dem billigen Geld Konsum und Investitionen anzukurbeln. Zu diesem Preis können sich Geschäftsbanken und Sparkassen bei der EZB mit Geld eindecken. Experten erwarten, dass die Zentralbank ihren Leitzins beim Ratstreffen am Donnerstag auf diesem Niveau belässt und erst in der zweiten Jahreshälfte 2010 anhebt. Mit höheren Zinsen kann sie Inflationsgefahren im Keim ersticken.Bei Raten von bis zu zwei Prozent ist nach den Regeln der Europäischen Zentralbank Preisstabilität im gemeinsamen Währungsgebiet gewährleistet

Experten hatten mit einer Inflationsrate von 0,4 Prozent gerechnet. Mit der jetzt erreichten Teuerung von 0,6 Prozent steigen erstmals seit sechs Monaten die Verbraucherpreise im 16 Länder umfassenden Euroraum.

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