Konjunktur: Exportboom - und was dann?

KommentarKonjunktur: Exportboom - und was dann?

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Goldener Konjunktur-Herbst: Neufahrzeuge vor der Verschiffung

von Mark Fehr

Politiker und Ökonomen feiern den goldenen Konjunktur-Herbst. Doch die Frage ist, wie sich die Wirtschaft im kommenden Jahr entwickelt.

Trotz Terrorangst und Euro-Krise blüht in Deutschland der wirtschaftliche Optimismus. Beflügelt von positiven Wachstumsdaten ruft Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) einen „goldenen Konjunktur-Herbst“ aus, der auf den großen Aufschwung vom Sommer folge.

Laut Statistischem Bundesamt wuchs das deutsche Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal 2010 um 0,7 Prozent gegenüber dem vorhergehenden Quartal. Der Aufschwung nach der Finanz- und Wirtschaftskrise setzt sich also fort. Die äußerst positiven Wachstumsprognosen von bis zu 3,7 Prozent für das Gesamtjahr rücken daher in greifbare Nähe.

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Wie stark wird der Konsum wirklich?

Jetzt kann uns keiner mehr den überraschend starken Boom des Frühjahrs und Sommers wegnehmen. Die Wachstumspunkte – entstanden vor allem durch rasch wieder in Schwung gekommene Exporte – können wir dank solidem Herbst gewissermaßen als psychologisches Fettpolster in die Weihnachtsfeiertage retten. Doch die Frage ist: Was kommt 2011?

Die Wirtschaft dürfte die Dynamik aus diesem Jahr nicht in das Kommende mitnehmen. Das ist keine schlechte Nachricht, denn das konjunkturelle Tempo lässt zwar nach, hält aber ein hohes Niveau. Deutschlands führende Ökonomen rechnen für 2011 immer noch mit einem Wachstum von mehr als zwei Prozent. Überraschend ist dabei, aus welchen Quellen sich das Wachstum nach Ansicht der Volkswirte demnächst speisen wird.

Der Sachverständigenrat setzt darauf, dass die entscheidenden konjunkturellen Impulse im nächsten Jahr von den Verbrauchern ausgehen. Auch laut Herbstgutachten der großen Wirtschaftsinstitute dürften die privaten Konsumausgaben etwa 40 Prozent zum für das Jahr 2011 erwarteten BIP-Wachstum von zwei Prozent beisteuern. Der Wachstumsbeitrag des Außenhandels dagegen dürfte sich im kommenden Jahr von einem Drittel auf rund 15 Prozent halbieren.

Ob die traditionell vorsichtigen Verbraucher dieser Rolle tatsächlich gerecht werden, wird sich zeigen. Die volkswirtschaftlichen Daten für das dritte Vierteljahr deuten aber bereits einen Stabwechsel vom Export zum Konsum an. Die Binnennachfrage war für mehr als die Hälfte des Quartalswachstums verantwortlich – der Außenbeitrag als Saldo vom Import und Export fiel entsprechend leichter ins Gewicht.

Damit sich der Trend verfestigt, müssen sich die Verbraucher jetzt trotz Terrorangst und Euro-Krise begeistert ins Weihnachtsgeschäft stürzen. In den Wochen vor dem Fest machen viele Einzelhändler mehr als die Hälfte ihres Jahresumsatzes. Das Schicksal ganzer Wirtschaftszweige hängt also an der Laune der leicht zu verschreckenden Konsumenten.

Darüber hinaus muss der Arbeitsmarkt auch im nächsten Jahr halten, was die sinkenden Arbeitslosenzahlen momentan versprechen. Nur wenn die Jobs sicher sind, entspannt sich die finanzielle Lage der Haushalte weiter. Und erst dann trauen sich die Verbraucher wieder, mehr Geld an den Ladenkassen zu lassen.

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