Konjunktur: Exportnation in Not

Konjunktur: Exportnation in Not

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Der deutsche Aufschwung ist im zweiten Quartal fast zum Erliegen gekommen. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs von April bis Juni nur noch um 0,1 Prozent. Kommt nun der Abschwung?

Die privaten Konsumausgaben und die Bauinvestitionen bremsen die deutsche Wirtschaft. Weil die Importe schneller steigen als die Exporte, kommen auch vom Außenhandel negative Impulse. Als Wachstumsstütze erweisen sich derzeit die Investitionen. „Die erfolgsverwöhnte deutsche Wirtschaft kann sich nicht von der langsamer wachsenden Weltwirtschaft abkoppeln. Auch in Deutschland weisen die meisten Frühindikatoren mittlerweile nach unten", sagt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank.

Die deutschen Ökonomen hatten im Durchschnitt für das zweite Quartal mit einem Anstieg von 0,5 Prozent gerechnet. Die Commerzbank korrigierte nach Bekanntgabe der Daten ihre Prognose für das Gesamtjahr 2011 von 3,4 auf 3,0 Prozent.

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Der kraftvolle Aufschwung im ersten Quartal von 1,5 Prozent hatte die Volkswirte optimistisch gestimmt. Die führenden Wirtschaftsinstitute schraubten daraufhin ihre Prognosen für die zweite Jahreshälfte nach oben. Nun korrigierte das Statistische Bundesamt das Wachstum zu Jahresbeginn von 1,5 auf 1,3 Prozent.

Deutsche verzichten auf Lustkäufe

Schon im Frühsommer hatte sich abgezeichnet, dass es 2012 konjunkturell nicht ganz so rosig aussieht. Wie unsicher die Lage ist, zeigt die große Spanne der Wachstumsprognosen der Institute, Banken und Wirtschaftsverbände - sie reicht von 1,4 bis 2,3 Prozent. Vor allem die Zuwachsraten beim Export und den Investitionen dürften geringer ausfallen. Die Ökonomen hatten daher auf den privaten Konsum gesetzt, der von der anhaltend guten Lage am Arbeitsmarkt profitieren könnte.

Doch der Konsum stottert. Der private Verbrauch dürfte im dritten Quartal nur um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal zulegen. Das prognostiziert der Konsumindikator, den das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) exklusiv für die WirtschaftsWoche erstellt. "Immer mehr Verbraucher rechnen damit, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung eintrübt", sagt DIW-Ökonom Christian Dreger. Sie behalten ihr Geld daher lieber im Portemonnaie und verzichten auf Lustkäufe.

Deutscher Außenhandel könnte zum Sorgenkind werden

Rutscht die Weltkonjunktur in die Rezession, könnt der deutsche Außenhandel sogar zum Sorgenkind werden. Bereits im Juni mussten die deutschen Exporteure einen Dämpfer hinnehmen. Sie verkauften 1,2 Prozent weniger als im Mai. Das Problem ist: Der Rest des Euroraums wird vorraussichtlich im nächsten Jahr nur um 1,1 Prozent wachsen.

Dennoch ist die Quasi-Stagnation der Deutschen im zweiten Quartal kein Grund zur Hysterie. Viel liegt an der milden Witterung im ersten Quartal. Dadurch wurde Bautätigkeit zu Lasten des zweiten Quartals in das erste vorgezogen. Ohne diesen Sondereffekt wäre das BIP nach Berechnungen der Commerzbank um 0,4 Prozent gewachsen.

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