Konjunktur: Forscher erwarten 2011 vier Prozent deutsches Wachstum

Konjunktur: Forscher erwarten 2011 vier Prozent deutsches Wachstum

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Gustav Horn, Direktor des Institutes für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK)

Nach Angaben des Institutes für Makroökonomie und Konjunkturforschung wächst die deutsche Wirtschaft so stark wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Dennoch lehnt der IMk Steuersenkungen weiterhin strikt ab.

Die deutsche Wirtschaft wächst nach Ansicht des IMK-Instituts in diesem Jahr um vier Prozent und damit so stark wie seit der Wiedervereinigung nicht. Deutschland profitiere von der kräftigen internationalen Nachfrage, vor allem aus Asien, und ernte die Früchte der Stabilisierung in der Krise, erklärte das gewerkschaftsnahe IMK am Montag. "Dadurch wurde ein Funken entzündet, der in ein breites Feuer übergegangen ist2, sagte IMK-Direktor Gustav Horn. Das Wachstum werde sich 2012 auf 2,3 Prozent abschwächen. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform geht davon aus, dass der konjunkturelle Rückenwind die Zahl der Firmenpleiten 2011 um etwa drei Prozent auf rund 31.000 drückt. Im kommenden Jahr dürften die Insolvenzen nicht weiter steigen. Mit seiner neuen Prognose setzt sich das IMK mit Abstand an die Spitze der Konjunkturoptimisten unter den renommierten Forschungsinstituten. Die Bundesregierung erwartet offiziell bisher nur 2,6 Prozent Wachstum hat, aber Bundeskanzlerin Angela Merkel hält mehr als drei Prozent für wahrscheinlich.

Auch das Ifo-Geschäftsklima hatte jüngst gezeigt, dass die Firmen ihre Geschäftslage derzeit so gut einschätzen wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Allerdings gehen sie davon aus, dass sich der Aufschwung etwas abschwächt. Das IMK erwartet, dass ein schwächeres weltweites Wachstum und die geringere Nachfrage nach Investitionsgütern 2012 dämpfen. 

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IMK strikt gegen Steuersenkungen

Zunehmend kämen aber Impulse aus dem Inland. Dabei profitiere Deutschland von der Stabilisierungspolitik in der Wirtschaftskrise 2008/2009, sagte Horn: Kurzarbeit und Konjunkturprogramme hätten Massenentlassungen und einen Absturz der Nachfrage verhindert. "So konnte Deutschland mit warmem Motor in den Aufschwung starten." Steuersenkungen lehnt das IMK strikt ab und plädiert dafür, Mehreinnahmen in die öffentlichen Haushalte zu stecken. "Die Stärke des Willens zur Konsolidierung zeigt sich im Aufschwung, nicht im Abschwung."

Während die FDP sich vehement für Steuersenkungen einsetzt, sieht Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) dafür keine großen Spielräume. Als größte Risiko für den Aufschwung halten die IMK-Experten die immer noch ungelöste Staatsschuldenkrise in der Euro-Zone. Gerade in den stark betroffenen Ländern Griechenland, Irland und Portugal bleibe die wirtschaftliche Entwicklung instabil, aber auch in Italien und Spanien sei das Wachstum schwach. Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte deshalb ihre Zinsen niedrig halten und bis Ende 2012 nur auf 1,5 Prozent anheben. Derzeit liegt der Leitzins in der Euro-Zone bei 1,25 Prozent. Fachleute rechnen aber mit einer Zinserhöhung im Juli. Zugute kommt den Währungshütern nach Einschätzung des IMK die wieder schwächere Inflation im kommenden Jahr: Die Teuerungsrate werde auf 1,7 Prozent sinken nach 2,3 Prozent in diesem Jahr. Die gute Konjunktur bremst auch die Zahl der Insolvenzen. Deren Zahl habe sich bei Verbrauchern und Unternehmen im ersten Halbjahr 2011 um 7,1 Prozent auf 79.270 Fälle vermindert, erklärte Creditreform. Dabei rutschten nur noch 14.960 Firmen in die Pleite - 11,1 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Für das Gesamtjahr rechnet Creditreform damit, dass maximal 161.000 Firmen und Verbraucher zahlungsunfähig oder überschuldet sein werden. 2010 waren es noch knapp 170.000 Fälle. Die Firmenpleiten dürften auf maximal rund 31.000 sinken. Damit wäre das stabile Niveau aus Zeiten vor der Krise wieder erreicht.

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